Bestmarken im ersten Quartal

Starker Jahresauftakt der Dax-Konzerne

+
Mathieu Meyer: "2017 verspricht ein gutes Jahr zu werden". Foto: Frank Rumpenhorst

Europas Wirtschaft kommt in Schwung. Der Export läuft rund. Die Kassen deutscher Konzerne füllen sich kräftig. Die Aussichten für das Gesamtjahr sind gut. Allerdings sehen Experten auch Risiken.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Börsenschwergewichte glänzen zum Jahresauftakt mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn. Nach einer Auswertung des Beratungsunternehmens EY stieg der Umsatz der Dax-Konzerne (ohne Banken) im ersten Quartal um neun Prozent.

Das sind zusammengerechnet knapp 346 Milliarden Euro - ein Höchstwert in diesem Zeitraum. Der operative Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr sogar um elf Prozent auf den Rekord von 37,4 Milliarden Euro. "2017 verspricht ein gutes Jahr zu werden", zeigte sich Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung, zuversichtlich.

"Die europäische Wirtschaft kommt wieder in Schwung", argumentierte Meyer. Sinkende Arbeitslosigkeit, die Konsumfreude der Verbraucher und die wiedererwachte Investitionsbereitschaft der Unternehmen sorgten für volle Auftragsbücher und steigende Umsätze. Nach Angaben des Ifo-Instituts sind Deutschlands Unternehmen derzeit in Topstimmung. Der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts war im Mai auf den höchsten Stand seit 1991 gestiegen.

Angetrieben werden die Geschäfte der 30 Börsenschwergewichte auch vom schwächeren Euro. Dadurch werden Produkte "Made in Germany" auf dem Weltmarkt billiger, das kann die Nachfrage ankurbeln. Zugleich steigen die im Ausland erzielten Einnahmen bei der Umrechnung in die europäische Gemeinschaftswährung. Von dem Umsatzplus von insgesamt 27 Milliarden Euro im ersten Quartal sind nach EY-Berechnung etwa fünf Milliarden auf den gesunkenen Eurokurs zurückzuführen.

Bis auf die beiden Energieversorger Eon und RWE konnten alle Dax-Konzerne den Angaben zufolge ihren Umsatz steigern. Zwei Drittel der Unternehmen verdienten operativ mehr als im Vorjahreszeitraum. Die höchsten Gewinne fuhren demnach die beiden Autobauer Volkswagen und Daimler ein.

Als erhebliches Risiko wertete Meyer allerdings den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Inzwischen mehrten sich die Anzeichen, dass sich die Verhandlungen sehr schwierig gestalten dürften. "Gerade deutsche Unternehmen sind massiv in Großbritannien engagiert - für sie steht viel auf dem Spiel", warnte der Experte.

Verschiedene Studien von EY

Börse Frankfurt zum Dax-Kurs

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Siemens verliert Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht

Siemens hat im Streit um sanktionswidrig auf die Halbinsel Krim gebrachte Gasturbinen eine Niederlage erlitten.
Siemens verliert Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht

VW kündigt Serienfertigung von E-Bulli und E-Transporter an

Volkswagen hat die Serienproduktion einer E-Variante seiner Neuauflage des VW Bulli angekündigt.
VW kündigt Serienfertigung von E-Bulli und E-Transporter an

Frühere Kaiser's Tengelmann-Märkte profitieren offenbar von Übernahme

Für viele noch ein ungewohnter Anblick: Die Kaiser‘s Tengelmann-Märkte verschwinden nach und nach. Edeka und REWE übernahmen die Märkte. Und das offenbar mit Erfolg.
Frühere Kaiser's Tengelmann-Märkte profitieren offenbar von Übernahme

Air Berlin: Monopolkommission warnt vor Bevorzugung der Lufthansa

Im Ringen um die Aufteilung der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hat der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach, vor einer politisch motivierten …
Air Berlin: Monopolkommission warnt vor Bevorzugung der Lufthansa

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.