Neue Streiks möglich

Flughafen-Tarifstreit: Verdi für Vermittler statt Schlichter

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Die Gewerkschaft Verdi hatte rund 2000 Beschäftige zum Streik aufgerufen. Foto: Paul Zinken

Nach mehreren Streiktagen des Bodenpersonals wird in Berlin erstmal wieder geflogen. Bis Sonntag soll das so bleiben, danach sind wieder Streiks möglich. Die Gewerkschaft Verdi lehnt eine Schlichtung ab, bietet aber einen anderen Weg an.

Berlin (dpa) - Nach dem Streik des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen ist eine Lösung in dem Tarifkonflikt noch nicht in Sicht. Die Gewerkschaft Verdi lehnte den Vorschlag der Arbeitgeber ab, eine Schlichtung zu versuchen.

Während eines Schlichtungsverfahrens dürfte nicht gestreikt werden - darauf will sich Verdi nicht einlassen. Die Tarifkommission sei einhellig der Meidnung, dass eine Schlichtung nicht zielführend sei, sagte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker. "Verdi ist nicht bereit, ohne enge Terminsetzung und ohne weitere Verbindlichkeit aus dem Arbeitskampf zu gehen." Nur ein besseres Tarifangebot der Arbeitgeber könne eine Lösung bringen.

Statt einer Schlichtung schlug Verdi Sondierungsgespräche mit Unterstützung eines Vermittlers vor. Diese Rolle könnte der ehemalige Berliner Innensenator und Anwalt Ehrhart Körting übernehmen, sagte Rümker. Das Forum der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg hatte zuvor argumentiert, die Positionen lägen so extrem auseinander, dass eine Schlichtung der einzige Weg zu einer für beide Seiten vertretbaren Lösung sei.

Verdi hat bis Sonntag weitere Streiks ausgeschlossen. Nach Streikende am Mittwochmorgen um 5 Uhr sei der Betrieb in Tegel und Schönefeld wieder gut angelaufen, sagte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf. Es habe nur vereinzelte Verspätungen gegeben. Am Montag und Dienstag hatte der Streik der 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals den Verkehr am drittgrößten deutschen Luftverkehrsstandort nahezu zum Erliegen gebracht. Nur einzelne Flüge gab es noch.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Streikpause angekündigt, um den Arbeitgebern Zeit zum Nachdenken zu geben. Komme die Tarifrunde für die 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals jedoch nicht voran, drohten von Montag an auch unangekündigte Streiks, hieß es.

Die Gewerkschaft fordert bei einer Tarifvertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt an, die Löhne in allen Entgeltgruppen schrittweise zu erhöhen - bei einer Laufzeit von drei Jahren. Nach Angaben von Verdi würde ein einfacher Beschäftigter auf dieser Grundlage pro Arbeitsstunde 27 Cent mehr erhalten.

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