Von der Schließung bedroht

Streikende räumen Blockade vor Werkstor von Halberg-Guss

Im verhärteten Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg-Guss (NHG) wollen die Mitarbeiter in Leipzig und Saarbrücken weiterstreiken. Die Produktion ruht in beiden Werken. Foto: Sebastian Willnow
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Im verhärteten Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg-Guss (NHG) wollen die Mitarbeiter in Leipzig und Saarbrücken weiterstreiken. Die Produktion ruht in beiden Werken. Foto: Sebastian Willnow

Leipzig (dpa) - Die streikenden Mitarbeiter der Neuen Halberg-Guss (NHG) in Leipzig haben die seit Tagen anhaltende Blockade vor dem Werkstor aufgelöst.

Die Polizei war vor Ort und forderte die Streikenden auf, die Zufahrt freizumachen. Die Beschäftigten seien kooperativ, auch wenn die Stimmung aufgeladen sei, teilte die Polizei mit. Mehrere Lastwagen konnten auf das Gelände fahren. Sie sollen fertige Motorblöcke aus dem Lager holen, die bei NHG-Kunden wie VW, Scania und Iveco dringend benötigt werden. Den Streik will die IG Metall jedoch unbefristet fortsetzen.

«Inzwischen kochen die Emotionen schon sehr hoch», sagte Heinz Volkmer, Mitglied der Streikleitung. Er hob ausdrücklich hervor, dass die Polizei deeskalierend wirke. Laut IG Metall stehen seit Tagen einige Hundert streikende Mitarbeiter vor dem Werkstor. Produziert wird derzeit überhaupt nicht.

Die Neue Halberg-Guss will den Leipziger Standort mit 700 Beschäftigten Ende nächsten Jahres schließen. In Saarbrücken wird der Abbau von 300 der insgesamt 1500 Arbeitsplätze erwogen. Auch dort wird gestreikt. Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag waren in der vorigen Woche vorerst gescheitert.

NHG stellt vor allem Motorblöcke und Antriebswellen für Autos und Nutzfahrzeuge her. Volkswagen hat bereits bestätigt, dass der Streik bei NHG erste Auswirkungen auf die Produktion hat. Auch Opel ist teilweise betroffen. Im Werk Eisenach werden nach Unternehmensangaben für Juli geplante Schließungstage auf Juni vorgezogen.

Die Neue Halberg-Guss gehört seit Januar zum Unternehmen Prevent. Die Prevent-Gruppe befindet sich seit mehr als zwei Jahren im Streit mit dem Hauptkunden VW um die Preise für die Lieferung von Motorblöcken.

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