Tarifkonflikt gelöst

Streikgefahr an Berliner Flughäfen gebannt

+
Am Flughafen Tegel in Berlin läuft nach der Einigung der Flugbetrieb wieder normal. Foto: Paul Zinken

Die Vermittlung durch Ex-Senator Körting brachte die Einigung: Nach mehreren Streiktagen bekommt das Bodenpersonal in Tegel und Schönefeld mehr Geld - und die Fluggäste Sicherheit.

Berlin (dpa/bb) - Passagieren an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld drohen vorerst keine Streiks mehr. Im Tarifkonflikt des Bodenpersonals ist in der Nacht zu Dienstag eine Einigung bis März 2020 gelungen.

Die Stundenlöhne sollten demnach bis 2019 in vier Schritten steigen, in einigen Vergütungsgruppen um bis zu 1,90 Euro. Bislang verdienen sie durchschnittlich elf Euro.

Mehr als 2000 Angestellte der fünf Firmen, die Bodenverkehrsdienste an den beiden Flughäfen anbieten, profitieren nach Gewerkschaftsangaben von der Einigung. Der Abschluss entspreche insgesamt einem Aufschlag von etwa 14 Prozent, die Arbeitgeber sprachen von 13 Prozent. Air Berlin als größte Airline in Berlin reagierte erleichtert.

"Wir mussten umfangreiche und auch schmerzliche Kompromisse eingehen, um die Lösung zu ermöglichen, aber auch die Arbeitgeber haben sich schließlich bewegt", kommentierte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker den Kompromiss.

Ein Sprecher der Arbeitgeber sagte, man sei "bis an die Grenzen des Leistbaren gegangen – und teilweise darüber hinaus". Die Unternehmen sind im Forum der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg organisiert.

Der frühere Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte in dem festgefahrenen Tarifstreit vermittelt. Vier Termine waren nötig, bis sich die Parteien schließlich nach einer 17-stündigen Verhandlungsrunde einigten. Der Abschluss soll nun in der kommenden Woche den Verdi-Mitgliedern zur Urabstimmung vorgelegt werden.

Nach zwei Warnstreiks im Februar hatten die Verdi-Mitglieder Anfang März mit großer Mehrheit für einen Streik gestimmt. An drei Tagen legten sie danach die Arbeit nieder und die Berliner Flughäfen damit größtenteils lahm.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann sagte: "Die Einigung der Tarifpartner ist eine gute Nachricht." Ein stabiler und reibungsarmer Luftverkehr sei von zentraler Bedeutung für die deutsche Hauptstadt Berlin. "Airlines, die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste und die Berliner Wirtschaft haben nun Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre."

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Zufrieden mit dem Konto? Verband legt Vermögensstudie vor

Berlin (dpa) - Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrer finanziellen Lage und wie legen sie ihr Geld an? Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband stellt heute …
Zufrieden mit dem Konto? Verband legt Vermögensstudie vor

Gläubiger beraten über Zwischenstand bei Air Berlin

Berlin (dpa) - Der Gläubigerausschuss der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin berät heute über den aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen. Mit der Lufthansa hatte …
Gläubiger beraten über Zwischenstand bei Air Berlin

BASF legt Zahlen vor - Gewinn- und Umsatzplus erwartet

Ludwigshafen (dpa) - Der Chemieriese BASF legt heute die Zahlen für das dritte Quartal vor. Experten schätzen, dass florierende Geschäfte mit Basis-Chemikalien dem …
BASF legt Zahlen vor - Gewinn- und Umsatzplus erwartet

Einigung auf neue EU-Maßnahmen gegen Lohndumping

Nach jahrelangem Streit sind sich die EU-Länder einig über verschärfte Regeln gegen Lohn- und Sozialdumping: EU-Ausländer müssen demnach gleich entlohnt werden wie …
Einigung auf neue EU-Maßnahmen gegen Lohndumping

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.