Preisvergleich

Strom auf dem Land meist teurer als in der Stadt

Stromkunden auf dem Land zahlen einer Erhebung zufolge zwei Prozent mehr als Städter. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Stromkunden auf dem Land zahlen einer Erhebung zufolge zwei Prozent mehr als Städter. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wie hoch die Stromrechnung ausfällt, hängt auch davon ab, wo man wohnt. Wer auf dem Land zu Hause ist, muss in der Regel mehr zahlen als Städter. Es gibt aber auch Ausnahmen.

München (dpa) - Wer auf dem Land wohnt, muss für seinen Strom oft mehr bezahlen als Verbraucher in den Städten. Nach Berechnungen des Vergleichs- und Vermittlungsportals Check24 ist Strom im bundesdeutschen Durchschnitt auf dem Land zwei Prozent teurer als in der Stadt.

Das mache bei einem Jahresverbrauch von 4250 Kilowattstunden eine Differenz von etwa 25 Euro aus. In einzelnen Bundesländern ist der Abstand größer. Den höchsten Preisunterschied gebe es in Mecklenburg-Vorpommern, wo Haushalte auf dem Land für 4250 Kilowattstunden durchschnittlich 117 Euro mehr zahlten als in der Stadt. Das sei ein Preisplus von 9 Prozent. In Schleswig-Holstein müssten Haushalte im ländlichen Raum knapp 80 Euro mehr zahlen. In den meisten anderen Bundesländern sei das Gefälle beim Strompreis geringer. Nur in Hessen und Thüringen ist Strom der Analyse zufolge in der Stadt leicht teurer.

Ein Grund für die Preisunterschiede seien die Netznutzungsentgelte, betonen die Marktbeobachter von Check24. Sie machen rund ein Viertel des Strompreises aus. In weniger stark bewohnten Gebieten würden die Kosten auf weniger Einwohner verteilt und fielen deshalb pro Haushalt höher aus.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die Kosten für die Stromleitungen vor allem in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern relativ hoch. Die niedrigsten Netzkosten hatten dagegen im Jahr 2019 die Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bremen auf ihrer Stromrechnung.

Die Ursachen für die verschieden hohen Netzentgelte seien vielschichtig, betont die Netzagentur. So seien die Netze in den neuen Bundesländern zu groß dimensioniert und deshalb teilweise nicht genügend ausgelastet. Ältere Netze mit geringen Restwerten führen zudem zu geringeren Kosten als neue Netze.

Auch die Kosten für die Integration der erneuerbaren Energien in das Stromnetz sind unterschiedlich hoch. Viele Investitionen der Energiewende werden auf dem Land getätigt. Die Ausgaben für den Anschluss von Wind- und Solaranlagen werden vielfach auf die Stromkunden des örtlichen Verteilnetzes umgelegt.

Seit 2019 werden die Entgelte für die großen Übertragungsnetze, die einen Teil der gesamten Leitungskosten ausmachen, bundesweit vereinheitlicht. Ab dem 1. Januar 2023 sollen sie in Deutschland überall gleich hoch sein.

© dpa-infocom, dpa:200705-99-677296/2

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