Auf der Suche nach Investor

Taschenhersteller Bree insolvent

+
Trotz eines neuen Internet-Shops verkauft Bree nicht genug Taschen. Nun gibt es ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Foto: Jochen Lübke

Hamburg (dpa) - Der bekannte Taschenhersteller Bree hat beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

Trotz intensiver Bemühungen und einer kompletten Neuaufstellung sei es nicht gelungen, das Geschäft in die schwarzen Zahlen zurückzuführen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Bree hatte im vergangenen Jahr die Firmenzentrale von Hannover nach Hamburg verlegt, die Kollektion verjüngt und die Zahl der Mitarbeiter verringert.

Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist eine Variante des Insolvenzrechts, die statt einer Abwicklung auf die Sanierung eines Unternehmens zielt. Wichtigster Unterschied: Die Geschäftsleitung bleibt im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter von außen zur Seite gestellt.

Die alte Geschäftsführung behält damit große Teile der Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Zugleich ist die Firma aber vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen von Gläubigern geschützt.

Ein neuer Online-Shop sollte eine massive Umsatzsteigerung bringen. "Diese Strategie ist leider nicht schnell genug aufgegangen", heißt es in der Mitteilung. Während das Geschäft in den 30 eigenen Filialen zufriedenstellend laufe, liege der Anteil des Online-Umsatzes bei fünf Prozent. Das sei zu wenig, um überleben zu können. Andere Taschenhersteller liegen bei 20 Prozent.

Bree suche nun nach einem starken, international erfahrenen Investor aus der Branche. Das Geschäft laufe weiter, Löhne und Gehälter seien durch das Insolvenzgeld gesichert. Bree soll nach Medienberichten noch rund 200 Mitarbeiter beschäftigen. Nach dem Ausstieg der Gründerfamilie Bree liegen die Anteile bei dem Family Office einer reichen Familie, die anonym bleiben will.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nach Thomas-Cook-Pleite: Nächster Reiseanbieter meldet Konkurs an: Tour Vital insolvent

Wenige Wochen, nachdem Thomas Cook seine Insolvenz bekannt gegeben hat, meldet jetzt der nächste Reiseanbieter Konkurs an. Ist das nur die Spitze des Eisbergs? 
Nach Thomas-Cook-Pleite: Nächster Reiseanbieter meldet Konkurs an: Tour Vital insolvent

Hoffnung auf Brexit-Einigung treibt Dax nach oben

Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnung auf eine bevorstehende Einigung zwischen der EU und Großbritannien im Brexit-Streit hat dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte …
Hoffnung auf Brexit-Einigung treibt Dax nach oben

Ryanair gibt Basis am Flughafen Hamburg im Winter auf

Dublin/Hamburg (dpa) - Der Billigflieger Ryanair gibt im Winter seine Basis am Hamburger Flughafen auf. Der Standort mit zwei dort stationierten Maschinen werde zum 8. …
Ryanair gibt Basis am Flughafen Hamburg im Winter auf

Neues Flug-Chaos droht - Lufthansa droht Beschäftigten mit Konsequenzen

Der Lufthansa und ihren Passagieren droht neuer Ärger aufgrund von Streiks. Doch Deutschlands größte Airline will sich nicht geschlagen geben und warnt die Angestellten.
Neues Flug-Chaos droht - Lufthansa droht Beschäftigten mit Konsequenzen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.