Gegen niedrigere Löhne

Tausende Beschäftigte von Real streiken gegen schlechtere Tarifverträge

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Verdi Streiks bei Real.

Mehrere tausend Mitarbeiter der Supermarktkette Real haben sich am Freitag gegen niedrigere Löhne zur Wehr gesetzt.

Beschäftigte in rund 140 von 281 Real-Märkten bundesweit legten am Vormittag die Arbeit nieder, teilte Verdi mit. Das Unternehmen will aus der Tarifbindung für den Einzelhandel aussteigen - laut Verdi bedeutet dies niedrigere Löhne, weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Abschaffung von Spätarbeitszuschlägen für die rund 34.000 Mitarbeiter.

"Quer durch die Republik" hätten sich die Beschäftigten "in großer Zahl" am Streik beteiligt, teilte Verdi mit. Eine genaue Zahl konnte die Gewerkschaft nicht nennen, weil die Mitarbeiter bei Real in Schichten arbeiten. Der Streikaufruf von Verdi galt von Freitagmorgen bis Samstag.

Die hohe Beteiligung zeige, "dass die Belegschaften mutig und solidarisch zusammenstehen, obwohl die Geschäftsleitung enormen Druck gemacht hat, damit sie sich nicht an den Streiks beteiligen", sagte Stefanie Nutzenberger, im Verdi-Bundesvorstand zuständig für den Handel. Dass die Beschäftigten ihren Protest "zahlreich, energisch und engagiert in die Öffentlichkeit getragen haben, dafür gebührt ihnen unser aller Respekt".

Real hatte bereits am Donnerstag versichert, alle Märkte blieben "wie gewohnt uneingeschränkt geöffnet". Das Unternehmen sei auf "Ausnahmesituationen dieser Art" vorbereitet: Die Arbeitsniederlegungen "einzelner gewerkschaftlich organisierter Mitarbeiter" werde nicht zu einer Schließung führen. Es könne lediglich zur "minimalen Beeinträchtigung beim Einkaufen" kommen.

Bis Ende Mai hatte Real einen Tarifvertrag mit Verdi. Nun habe der Mutterkonzern Metro Real aber in eine andere Gesellschaft übertragen, die Verträge mit der Konkurrenzgewerkschaft DHV geschlossen habe - sie ist laut Verdi arbeitgebernah. Den Beschäftigten drohten damit im Schnitt um 23 Prozent niedrigere Löhne und längere Arbeitszeiten.

Außerdem umgehe Real die Verträge zur Standort- und Beschäftigungssicherheit. "Damit ist die Zukunft der Beschäftigten völlig ungewiss", warnte Nutzenberger. Verhandlungen mit Verdi lehnte Metro demnach ab.

afp

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