Diskussion um Autonomes Fahren

Tesla-Chef: Kein "Autopilot" bei einem der jüngsten Unfälle

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Tesla-Chef Elon Musk spricht in Oslo. Foto: Heiko Junge

Palo Alto - Seit dem ersten tödlichen Crash steht Teslas Fahrassistent "Autopilot" unter Beobachtung der Regulierer - und jeder neue Unfall kommt in die Medien. Bei einem davon war das System laut Tesla entgegen den Behauptungen des Fahrers aber ausgeschaltet.

Tesla scheint einen Unfall weniger mit seinem umstrittenen Fahrassistenten "Autopilot" gehabt zu haben als zuletzt gedacht.

Bei einem Unfall im Bundesstaat Pennsylvania sei das System den Log-Dateien aus dem Fahrzeug zufolge ausgeschaltet gewesen, schrieb Tesla-Chef Elon Musk in der Nacht bei Twitter. "Mehr noch, der Crash hätte sich nicht ereignet, wenn es eingeschaltet gewesen wäre", erklärte er.

Der Fahrer des Elektroautos hatte der Polizei nach bisherigen Informationen gesagt, er sei am 1. Juli mit "Autopilot" unterwegs gewesen, als der Wagen von der Straße abkam und sich überschlug. Tesla hatte zunächst erklärt, man könne diese Behauptung nicht überprüfen - das Auto habe dazu per Funk keine Daten übermittelt, möglicherweise, weil beim Unfall die Antenne beschädigt gewesen sein. Dann habe Tesla den Besitzer des Wagens zunächst nicht erreichen können, um die Log-Daten direkt aus dem Wagen auszuwerten.

Nach Musks kurzen Tweets blieb nun allerdings auch offen, ob "Autopilot" eventuell vor dem Unfall noch eingeschaltet gewesen sein könnte. Auf die Frage eines Twitter-Nutzers, warum der Fahrer dann etwas anderes erzählt habe, mutmaßte der Tesla-Chef, vielleicht habe dieser nicht bemerkt, dass er das System ausgestellt habe. Dabei ertöne allerdings ein deutliches akustisches Signal, räumte Musk ein. Die Software habe sich auch nicht von allein abgeschaltet, das wäre in den Log-Dateien vermerkt worden, betonte er.

Nach dem tödlichen Crash Anfang Mai in Florida, bei dem ein vom Computer gesteuerter Tesla unter einen querenden Lastwagen-Anhänger raste, wird das System von US-Behörden untersucht. Jeder neue mutmaßliche Unfall mit "Autopilot" zieht dadurch viel Aufmerksamkeit auf sich. Zuletzt bestätigte Tesla, dass am vergangenen Wochenende ein per Lenkassistent gesteuerter Wagen nach Mitternacht von einer Bergstraße abkam. Tesla betonte, das seien nicht die Bedingungen, unter denen der "Autopilot"-Assistent derzeit eingesetzt werden sollte.

Das einflussreiche US-Magazin "Consumer Reports" forderte Tesla auf, das System zu deaktivieren. Der Autobauer habe zu schnell zu weitreichende Funktionen eingeführt. Indem Tesla das System unter dem Namen "Autopilot" vermarkte, gebe das Unternehmen den Nutzern ein falsches Gefühl der Sicherheit. ""Autopilot" kann das Auto nicht allein fahren, erlaubt Verbrauchern aber, ihre Hände minutenlang vom Steuer zu nehmen."

Der Präsident des deutschen Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag), die Tesla-Unfälle zeigten, dass die Produzenten bei der Entwicklung von der gegenwärtigen Teilautomatisierung eines Autos zur Vollautomatisierung ab 2025 "das Thema Sicherheit nie aus dem Auge verlieren dürfen".

dpa

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