Stahlbleche für Autoindustrie

Mitten in der Krise: ThyssenKrupp erwägt neues Werk in NRW

+
Der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall befürchten den Abbau von bis zu 4000 der rund 27 000 Arbeitsplätze in der europäischen Stahlsparte von Thyssenkrupp. Foto: Federico Gambarini

In der Stahlsparte von Thyssenkrupp herrscht angesichts einer ungewissen Zukunft viel Unruhe in der Belegschaft. Bei einer Sitzung des Stahl-Aufsichtsrats steht ein geplantes Sparprogramm auf der Tagesordnung. Beschlüsse wurden jedoch nicht erwartet.

Essen (dpa) - Mitten in den Protesten gegen massive Einschnitte in der Stahlsparte stellt Thyssenkrupp eine neue Anlage zur Oberflächenveredlung in Nordrhein-Westfalen in Aussicht.

Es gehe um die Errichtung eines Werksteils zur Feuerbeschichtung von Stahlblechen für die Autoindustrie an einem bestehenden Standort, bestätigte ein Unternehmenssprecher. Zuvor hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Stahlchef Andreas Goss hatte dem Blatt gesagt: "Wir prüfen gerade, ob und wo diese neue Anlage entstehen könnte. Dabei geht es um eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe, die Arbeitsplätze schaffen würde." Die Nachfrage der Autoindustrie nach solchen verzinkten Blechen sei derzeit hoch. Als mögliche Standorte kommen nach Angaben des Sprechers vor allem Duisburg und Dortmund in Frage. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Bei einer Sitzung des Aufsichtsrats der Stahlsparte stand am Donnerstag die Beratung über ein von dem Unternehmen vorgelegtes Sparprogramm auf der Tagesordnung. Durch die geplanten Einsparungen von rund 500 Millionen Euro befürchten Betriebsräte und IG Metall massive Einschnitte und den Abbau von bis zu 4000 Arbeitsplätzen. Das Unternehmen hat diese Zahl jedoch zurückgewiesen. Mit Beschlüssen wird nicht gerechnet.

Für Befürchtungen sorgt auch eine mögliche Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata, über die bereits seit Monaten verhandelt wird. Während Betriebsräte und Gewerkschaft einen solchen Zusammenschluss mit Nachdruck ablehnen, äußerte der Thyssenkrupp-Stahlchef die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. "Alles andere passt auch nicht zur Unternehmenskultur", sagte Goss der Zeitung. Bei einer Demonstration in Duisburg hatten in dieser Woche rund 7500 Stahlkocher für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

WAZ-Meldung

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München

Aufregung um deutsche Autobauer: Einem Medienbericht zufolge durchsuchen Ermittler Räumlichkeiten von BMW. Der Grund: Kartellvorwürfe.
Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München

Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax …
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten

Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien

Madrid (dpa) - Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl …
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien

Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Nach der Vereinbarung mit Lufthansa wird die Zeit für den Verkauf der übrigen Air-Berlin-Teile knapp. Mit Easyjet wurde die insolvente Fluggesellschaft bislang nicht …
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.