Schwaches Atomgeschäft

Toshiba warnt vor Milliarden-Verlusten

+
Toshiba hatte das vergangene Geschäftsjahr in Folge einer radikalen Sanierung mit einem gewaltigen Verlust in Höhe von 460 Milliarden Yen (3,7 Mrd Euro) abgeschlossen. Foto: Franck Robichon

Tokio (dpa) - Der von einem Bilanzskandal erschütterte japanische Technologiekonzern Toshiba muss möglicherweise Milliardenverluste in seinem Atomgeschäft in den USA verbuchen.

Wie das Unternehmen bekanntgab, geht es um mögliche Wertberichtigungen bei dem Unternehmen CB&I Stone & Webster Inc., einem Atomkraftwerksbauer, den die Japaner vor einem Jahr gekauft hatten. Die möglichen Verluste von mehreren Milliarden Dollar hingen vom Ergebnis einer Vermögensprüfung im ersten Quartal 2017 ab, hieß es. Sollte eine Wertberichtigung anfallen, werde dies wahrscheinlich die Gesamtbilanz des Konzerns beeinträchtigen.

Toshiba hatte zuvor lange mit dem amerikanisch-niederländischen Konzern Chicago Bridge & Iron Co., das seine Tochter Stone & Webster an den zu Toshiba gehörenden Konzern Westinghouse verkauft hatte, über die Bewertung des US-Atomkraftwerkbauers gestritten.

Toshiba hatte eine teure Wette auf die Kernkraft abgeschlossen, als die Japaner 2006 für 5,4 Milliarden Dollar den US-Anbieter Westinghouse schluckten und zum Branchenprimus noch vor der staatlich kontrollierten französischen Areva aufstiegen. Doch das Atomgeschäft schwächelt, die Japaner haben Probleme, Aufträge für neue Kraftwerke an Land zu ziehen. Seit der Atomkatastrophe von 2011 in Fukushima nicht nur in der japanischen Heimat, sondern auch in Übersee.

Toshiba hatte das vergangene Geschäftsjahr, das am 31. März 2016 endete, in Folge einer radikalen Sanierung nach einem schweren Bilanzskandal mit einem gewaltigen Verlust in Höhe von 460 Milliarden Yen (3,7 Mrd Euro) abgeschlossen. In dem noch bis zum 31. März 2017 laufenden Geschäftsjahr rechnet Toshiba jedoch dank robuster Nachfrage nach Halbleitern mit der Rückkehr in die Gewinnzone.

Mitteilung von Toshiba

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Entscheidung über Zukunft von Küchenbauer Alno erwartet

Hoffen und Bangen für die Alno-Beschäftigten: An diesem Freitag wird eine Entscheidung darüber erwartet, ob es mit einem Verkauf des Küchenbauers klappt oder nicht.
Entscheidung über Zukunft von Küchenbauer Alno erwartet

Am „Black Friday“: Amazon-Mitarbeiter wollen streiken

Pünktlich zum Schnäppchen-Großkampftag „Black Friday“ wollen Amazon-Mitarbeiter streiken - unter anderem gegen ungesunde Arbeitsbedingungen.
Am „Black Friday“: Amazon-Mitarbeiter wollen streiken

Machtkampf bei Aldi wird zur Hängepartie: Es geht um die Zukunft des Discounters 

Es geht um Macht und viel Geld: Beim Discounter Aldi Nord tobt ein Familienstreit. Entschieden wird er aber wohl erst im Dezember - das zuständige Gericht hat das Urteil …
Machtkampf bei Aldi wird zur Hängepartie: Es geht um die Zukunft des Discounters 

Thyssenkrupp bleibt auf Fusionskurs

Bei der Stahlfusion mit Tata bleibt der Thyssenkrupp-Chef unbeirrt auf Kurs. Die Pläne hätten "absolute Priorität". Doch tausende Beschäftigte wollen das umstrittene …
Thyssenkrupp bleibt auf Fusionskurs

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.