1,6 Milliarden Dollar

Toyota und Mazda kündigen teures US-Werk an

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Insgesamt verkaufte Toyota 2,2 Millionen Fahrzeuge, 42 452 mehr als im Vorjahr. Foto: Shizuo Kambayashi

Obwohl der US-Automarkt sich abkühlt, wollen die japanischen Branchenriesen Toyota und Mazda ihre Produktion ausbauen und gemeinsam eine neue Fabrik hochziehen. US-Präsident Trump ist begeistert. Zuvor hatte er Toyota noch mit Strafzöllen gedroht.

Tokio/Washington (dpa) - Die japanischen Autoriesen Toyota und Mazda wollen gemeinsam ein Werk in den USA bauen. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Initiative bei Twitter als "großartige Investition in Amerikas Industrie!".

Im Rahmen der Partnerschaft kündigten die Konzerne an, ihre Allianz durch gegenseitige Aktienbeteiligungen zu vertiefen. Toyota meldete zudem deutliche Anstiege bei Gewinn, Verkäufen und Umsatz im zweiten Quartal.

1,6 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) wollen Toyota und Mazda in den Bau der US-Fabrik stecken. Die Investitionen sollen geteilt werden. Das Werk, in dem pro Jahr rund 300 000 Autos vom Band rollen sollen, soll 2021 in Betrieb gehen und 4000 Stellen schaffen. Außerdem wolle man bei der Entwicklung von Technologie für Elektroautos zusammenarbeiten, hieß es.

Zur Wahl des Standorts wurden noch keine Angaben gemacht. Bei Großprojekten wie diesem ist es üblich, dass sich Unternehmen von den Gouverneuren der US-Bundesstaaten umwerben lassen und schauen, wo sie die größten Steuernachlässe oder sonstige finanzielle Anreize bekommen können. Politiker sind häufig zu teuren Zugeständnissen bereit, um als Beschaffer von Jobs auftrumpfen zu können.

Trump hatte Toyota in der Vergangenheit für Investitionspläne in Mexiko kritisiert und mit hohen Strafzöllen gedroht. Die Japaner wollen zwar an ihrem geplanten Werk in Amerikas benachbartem Niedriglohn-Land festhalten, kündigten nun aber an, dort Tacoma Pick-up-Trucks und nicht wie zunächst geplant den Mittelklassewagen Corolla zu fertigen. Der soll in Zukunft zusammen mit einem neuen Modell von Mazda in dem geplanten US-Werk gebaut werden.

Der Zeitpunkt für die Ausweitung der US-Produktion kommt überraschend, da sich die Autokonjunktur in Amerika in den letzten Monaten deutlich abgekühlt hat und viele Hersteller Kapazitäten drosseln.

Als Teil ihrer vertieften Partnerschaft wollen Toyota und Mazda Aktien des jeweils anderen Partners im Wert von je 50 Milliarden Yen (rund 380 Mio Euro) kaufen. Toyota erhalte so einen Anteil von knapp 5,1 Prozent an Mazda, umgekehrt ergibt sich eine Beteiligung von 0,25 Prozent.

Im vergangenen Quartal konnte Toyota seinen Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um elf Prozent auf 613 Milliarden Yen (4,7 Mrd Euro) steigern. Insgesamt verkaufte der Erzrivale von Volkswagen 2,2 Millionen Fahrzeuge. Das waren 42 452 mehr als vor einem Jahr. Auch Volkswagen hatte seinen Absatz im ersten Halbjahr 2017 steigern können. Toyotas Umsatz stieg um sieben Prozent auf 7 Billionen Yen (53,5 Mrd Euro).

Trump-Tweet

Mitteilung der Unternehmen

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