Spartenverkauf treibt Gewinn

Triebwerksärger bremst Airbus 2017

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Triebwerk von Airbus auf der Hannovermesse:  Triebwerksprobleme beim Mittelstreckenjet A320neo und beim Militärtransporter A400M trüben die Aussichten des Unternehmens.

Airbus muss sich mit verschiedenen Technik-Problemen herumschlagen. Der Gewinn legte zuletzt zwar zu - das lag aber vor allem an einem Sonderfaktor.

Technischer Ärger bei Passagier- und Militärmaschinen macht dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus weiter zu schaffen.

Während der Verkauf der Sparte für die Verteidigungselektronik im ersten Quartal einen Gewinnsprung brachte, trüben Triebwerksprobleme beim Mittelstreckenjet A320neo und beim Militärtransporter A400M die Aussichten.

Wie schon 2016 dürften die meisten Neo-Jets auch 2017 in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden, sagte Finanzchef Harald Wilhelm in Toulouse. Die Verhandlungen mit den Käuferstaaten um Schadenersatz für die A400M-Probleme dürften sich hinziehen.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Airbus-Aktie verlor am Morgen in Paris 1,21 Prozent an Wert und gehörte damit zu den schwächsten Werten im französischen Index Cac-40.

Im ersten Quartal steigerte Airbus seinen Umsatz um 7 Prozent auf 13 Milliarden Euro. Das lag vor allem an der Verkehrsflugzeug-Sparte, die 136 Jets auslieferte und damit elf Exemplare mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich sprang der Gewinn um gut die Hälfte auf 608 Millionen Euro nach oben. Das verdankte Airbus aber insbesondere dem lukrativen Verkauf seines Verteidigungselektronik-Geschäfts.

Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) brach hingegen um mehr als die Hälfte auf 240 Millionen Euro ein. Sowohl die Verkehrsflugzeuge als auch Rüstung und Raumfahrt warfen weniger ab. Als einen Grund dafür nannte Wilhelm die Modellumstellung bei den A320-Mittelstreckenjets und den Langstreckenmaschinen vom Typ A330. Beide Modelle bekommen mit den Neo-Versionen deutlich sparsamere Neuauflagen. Für die Übergangszeit gewährte Airbus den Käufern der herkömmlichen Varianten höhere Preisnachlässe. Die Hubschraubertochter Airbus Helicopters rutschte in die roten Zahlen.

Mit Flugzeug-Neubestellungen sieht es in diesem Jahr eher trübe aus. Im ersten Quartal holte Airbus nach Abzug von Stornierungen lediglich Aufträge für sechs Verkehrsjets herein. Rivale Boeing kam hingegen auf 198 Bestellungen. Vom geplanten Ausbau der Jet-Produktion will der Airbus-Vorstand um Konzernchef Tom Enders aber nicht abrücken. Der Manager verwies auf "unser gut gefülltes Auftragsbuch mit mehr als 6700 Bestellungen für Zivilflugzeuge". Für 2017 erwartet Wilhelm die Auslieferung von etwa 720 Verkehrsjets - das wären 32 mehr als im Rekordjahr 2016. Davon sollen rund 200 aus der A320neo-Familie sein.

Ärger bereiten Airbus bei dem Modell weiterhin die Triebwerke des US-Herstellers Pratt & Whitney. Diese hatten schon im vergangenen Jahr mit Hitze- und Software-Problemen die Auslieferungen verzögert. Es stehe immer noch der Beweis aus, dass die Mängel behoben seien.

dpa

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