Ölpreise auf Talfahrt

Überangebot am Ölmarkt könnte laut IEA länger dauern

+
Überschüssiges Gas verbrennt in einer Rohölverarbeitungsanlage. Rohstoffe wie Rohöl werden weltweit immer billiger. Foto: Patrick Pleul

Paris (dpa) - Das Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt könnte nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) länger andauern als bisher gedacht. IEA-Experten räumten in einer Mitteilung ein, dass nach wie vor kein Ausgleich von Angebot und Nachfrage im Handel mit Rohöl zu erkennen sei.

Erst am Vortag hatte das Ölkartell Opec mitgeteilt, es pumpe nach eigener Einschätzung weiter zu viel Rohöl auf den Weltmarkt.

Zuvor hatte sich die IEA noch zuversichtlicher zum Abbau des Überangebots geäußert. Nach einer Kürzung der Produktionsmenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und andere wichtige Förderländer wie Russland hatte die Agentur mit Sitz in Paris noch davon gesprochen, dass der Prozess des Ausgleichs von Angebot und Nachfrage bereits stattfinde und sich kurzfristig verstärken werde.

Bei ihrer Prognose gehen die Experten der IEA davon aus, dass die Lagerbestände an Rohöl weltweit sinken werden. Allerdings hätten aktuelle Daten zur Entwicklung der Ölreserven diese Einschätzung bisher nicht gestützt, hieß es in der Mitteilung weiter. In der Agentur haben sich zahlreiche Industrieländer als Interessenvertretung zusammengeschlossen.

In den vergangenen Wochen hatte die Sorge vor einem längerfristigen Überangebot die Ölpreise auf Talfahrt geschickt. Während das Ölkartell Opec mit einer Kürzung der Fördermengen gegen den Preisverfall am Ölmarkt ankämpft, wird in den USA immer mehr Rohöl zu Tage gefördert. Seit Monaten steigt die Zahl der amerikanischen Ölbohrlöcher tendenziell, und die Lagerbestände sind auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Je höher die insgesamt angebotene Menge, desto geringer sind in der Regel die für Produzenten erzielbaren Preise - auch Endprodukte wie Sprit oder Heizöl waren zuletzt in vielen Ländern billiger geworden.

IEA-Mitteilung

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neuerung an der Kasse: Das wird viele Lidl-Kunden freuen

Beim Discounter Lidl gibt es eine Neuerung an der Kasse. Was sich für Kunden jetzt ändert.
Neuerung an der Kasse: Das wird viele Lidl-Kunden freuen

Audi-Chef Stadler legt Haftbeschwerde ein

München (dpa) - Audi-Chef Rupert Stadler hat Beschwerde gegen die Untersuchungshaft eingelegt. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II. Die …
Audi-Chef Stadler legt Haftbeschwerde ein

Audi-Chef Stadler legt Haftbeschwerde ein

Rupert Stadler setzt sich gegen seine Untersuchungshaft zur Wehr. Der Audi-Chef legt Beschwerde gegen seine Inhaftierung ein.
Audi-Chef Stadler legt Haftbeschwerde ein

Dax leicht im Minus nach fünftägiger Gewinnserie

Frankfurt/Main (dpa) - Dem Dax ist nach fünf Gewinntagen in Folge erst einmal der Schwung ausgegangen. Der Deutsche Leitindex fiel um 0,30 Prozent auf 12.727,35 Punkte.
Dax leicht im Minus nach fünftägiger Gewinnserie

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.