Streiks noch im August?

Ufo startet Urabstimmung bei Eurowings

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Ufo hat ihre Mitglieder bei der Lufthansa-Tochter Eurowings zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Foto: Oliver Berg

Die Tarifverträge sind fertig, dennoch könnte es bei der Lufthansa-Tochter Eurowings im Sommer noch zu Streiks kommen. Das Unternehmen und die Gewerkschaft der Flugbegleiter stehen sich unversöhnlich gegenüber.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Flugbegleiter der Eurowings sollen ab kommenden Dienstag über einen möglichen Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings abstimmen.

Die Spartengewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder aufgerufen, innerhalb von drei Wochen über einen Arbeitskampf zu entscheiden. Das Ende der Urabstimmung ist für den 8. August geplant. Streiks seien damit noch im August möglich. Auch die Flugbegleiter der Teilgesellschaft Germanwings sollen über einen Streik abstimmen. Die Beschäftigten des Mutterkonzerns Lufthansa würden mit "etwas Abstand" folgen, wie Ufo am Freitag mitteilte.

"Ein Streik in den Sommerferien ist kein Selbstzweck", erklärte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr in der Mitteilung. Arbeitskämpfe fänden dann statt, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft seien. "Sobald wir ein Ergebnis haben, werden wir uns mit den konkreten Maßnahmen auseinandersetzen. Das geht im Zweifel schnell und ist noch im August möglich", so Flohr weiter.

Die Gewerkschaft erwartet allerdings einen erhöhten Diskussionsbedarf bei ihren Mitgliedern und hat sich daher für die Urabstimmung die ungewohnt lange Frist von drei Wochen eingeräumt. Dem Lufthansa-Konzern warf Flohr eine "streitorientierte Haltung" vor. Gerade wenn den Mitarbeitern offen gedroht wird, geht Sicherheit vor Schnelligkeit", erklärte er. Laut Satzung braucht es für einen Streik die Zustimmung von 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine Mindestbeteiligung ist hingegen nicht vorgesehen.

Eurowings warf der Gewerkschaft vor, die Mitarbeiter und Kunden in der Hochphase des Sommergeschäfts gezielt zu verunsichern. Ufo solle stattdessen unverzüglich klären, wer die Gewerkschaft rechtmäßig vertritt und somit auch Tarifverträge rechtsverbindlich unterzeichnen könne. Bereits seit Monaten tobt ein juristischer Streit zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern um die Rechtmäßigkeit des Ufo-Vorstands. Nach etlichen internen Gewerkschaftsquerelen und Rücktritten weigern sich Lufthansa wie Eurowings, den aktuellen Rumpfvorstand anzuerkennen. Mit dieser Begründung wurde auch die Ufo-Kündigung der Tarifverträge bei der Muttergesellschaft Lufthansa nicht anerkannt.

Eurowings hat die strittigen Tarifverträge für das Kabinenpersonal nach eigenen Angaben bereits unterzeichnet. Es geht um die Personalvertretung bei Eurowings und Teilzeitregeln bei der Germanwings. Neben der Ufo vertritt auch die Gewerkschaft Verdi die Interessen von Eurowings-Flugbegleitern und führt parallele Verhandlungen.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" gibt es seit Mitte Mai auffallend häufige Krankmeldungen des Kabinenpersonals. Als Folge habe im Juni das Personal an fast allen Tagen auf einigen Langstreckenflügen reduziert werden müssen. Der Krankenstand liege teilweise deutlich über dem Doppelten des üblichen, sagte dazu ein Ufo-Sprecher. Ein Zusammenhang mit den Streitigkeiten und der schlechten Stimmung könne zwar nicht belegt werden, sei aber wahrscheinlich. Ein Unternehmenssprecher erklärte hingegen: "Die Situation betraf jeweils einige wenige, wechselnde Langstreckenflüge und hat sich mittlerweile wieder entspannt."

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