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Ukraine-Krieg: Erdgas-Preis in Europa überschreitet erstmals 200 Euro-Marke

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die harten Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Krieg haben auch für die deutsche Wirtschaft und Verbraucher weitreichende Folgen. Der News-Ticker.

Update vom 04. März, 16:30 Uhr: Als Folge des Ukraine-Kriegs hat der Erdgaspreis in Europa einen historischen Höchststand erreicht und erstmals die Marke von 200 Euro pro Megawattstunde geknackt. Am wichtigen niederländischen Handelspunkt TTF wurde die Megawattstunde Erdgas am Freitag für 213,895 Euro gehandelt.

Russland ist ein wichtiges Herkunftsland für Rohstoffe. Bislang kommen rund 40 Prozent von Europas Erdgas-Importen aus Russland. Der Ukraine-Krieg wirkt sich deshalb auch auf die Energiemärkte aus und heizt Debatten über eine energiepolitische Neuausrichtung an.

Schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte der Gaspreis in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt, was auch in Deutschland die Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher und die Inflationsrate in die Höhe getrieben hatte. Ende 2021 lag der Preis beispielsweise bei rund 148 Euro je Megawattstunde. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewegte er sich laut Vergleichsportalen zwischen zehn und 25 Euro.

Ukraine-Krieg: Sanktionen verteuern Baustoffe wie Stahl und Rohre

Update vom 04. März, 14:30 Uhr: Der Straßenbau und andere Bauvorhaben werden nach Branchenangaben durch die Russland-Sanktionen teurer. Schon jetzt müsse für Bitumen für den Asphalt sowie für Stahl deutlich mehr bezahlt werden, teilte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe am Freitag mit. Weil wichtige Raffinerien von Russland abhängig seien, könne ein Drittel der Bitumenversorgung ausfallen. Aus Russland, der Ukraine und Weißrussland komme 30 Prozent des Stahls, der in Deutschland verbaut werde, außerdem Rohstoffe wie Nickel und Titan.

„Unsere Mitgliedsunternehmen erhalten aktuell nur noch wenige Angebote für Stahlmatten, Träger, Stabstahl und Bleche. Auch Rohre und Aluminiumprodukte sind betroffen“, erläuterte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. „Die Hersteller von Leitplanken für Straßen haben ihre Lieferungen eingestellt.“

Der Verband forderten Gegenmaßnahmen, etwa Stoffpreisgleitklauseln, auch für laufende Verträge. Diese Klauseln ermöglichen Bauunternehmen Nachforderungen beim Auftraggeber, wenn die Preise für Baustoffe während der Bauphase stark steigen. Zudem müsse Deutschland mit einer nationalen Rohstoffstrategie verhindern, bei einzelnen Rohstoffen von wenigen Anbietern abhängig zu sein.

Ukraine-Konflikt: Geflügelwirtschaft fordert Ende der Verwendung von Getreide in Spritproduktion

Update vom 04. März, 12:00 Uhr: Die deutsche Geflügelwirtschaft hat vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges dazu aufgerufen, Weizen und Mais nicht länger in der Kraftstoffproduktion zu verwenden. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ zitierte am Freitag aus einem Schreiben sämtlicher Branchenverbände an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und seine niedersächsische Amtskollegin Barbara Otte-Kinast (CDU), in dem diese vor einer Verknappung von Getreide auf den Weltmärkten warnen.

Sollte deswegen die Versorgung der Nutztiere mit Futter auch nur teilweise zusammenbrechen, gefährde das die Tierhaltung in Deutschland. Dieses Szenario müsse verhindert werden.

„In dieser schweren Krise“ dürfe Getreide nicht mehr zu Ethanol verarbeitet werden“, fordern die Verbände laut „NOZ“. Öle und Fette, die wichtig für die Ernährung seien, sollten nicht länger Kraftstoffen beigemischt werden dürfen. Die Verfütterung von gentechnisch verändertem Mais und Soja müsste von Politik und Einzelhandel unterstützt werden. Dies ist derzeit nicht erlaubt.

Zudem warnt die Branche vor den Folgen möglicher Engpässe bei Gaslieferungen: Geflügel werde in beheizten Ställen gehalten, dies sei energieintensiv. Ohne Gas müssten die Ställe leer bleiben. Dies würde „sehr schnell zu leeren Regalen“ in Supermärkten führen, zitiert die Zeitung weiter aus dem Schreiben. Gaslieferungen an die Land- und Ernährungswirtschaft müsse deshalb Vorrang eingeräumt werden.

Ukraine-Krieg: Angst vor nuklearer Katastrophe - Dax stürzt ab wegen Atom-Angst

Update vom 04. März, 10:30 Uhr: Nach einem Angriff russischer Truppen auf ein ukrainisches Atomkraftwerk geht der Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt am Freitag weiter. Zuvor hatten bereits die asiatischen Märkte deutlich nachgegeben. Der Dax weitete am Morgen seine Verluste aus und stand zuletzt mit 2,38 Prozent im Minus bei 13 372,81 Punkten.

Auch wenn der Brand im größten europäischen Atomkraftwerk in der Ukraine gelöscht und keine erhöhte Strahlenbelastung messbar sei, beschwöre der Vorfall am Markt die Angst vor einer nuklearen Katastrophe, schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets. „Je länger dieser Krieg dauert, dürften auch die Tage und Wochen mit Minuszeichen an der Frankfurter Börse noch anhalten.“

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel am Freitagmorgen um 2,25 Prozent auf 29 649,16 Punkte - der Index ist mittlerweile auf dem tiefsten Stand seit Ende 2020 angekommen. Auch auf europäischer Bühne setzte sich der Abwärtsdruck fort, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor zuletzt 2,29 Prozent auf 3656,06 Zähler.

Auf Unternehmensseite im Dax war die Liste der Gewinner kurz. Merck KGaA knüpften mit mehr als vier Prozent Aufschlag an die jüngsten Gewinne an. Am Vortag hatte ein optimistischer Ausblick des Pharma- und Spezialchemiekonzerns dem bereits seit Jahresanfang schwächelnden Kurs Auftrieb gegeben. Daneben griffen die Anleger auch bei einigen weiteren Corona-Gewinnern wie Sartorius und Hellofresh zu, die Zuwächse waren mit rund 0,6 Prozent aber eher moderat.

Anteile am Versorger RWE waren ebenfalls gefragt, sie erholten sich mit mehr als drei Prozent Plus von zuletzt hohen Kursverlusten. Die Papiere des Konkurrenten Eon verloren nach einer gestrichenen Kaufempfehlung durch das Bankhaus Metzler eher moderat. Dagegen setzten die Aktien von Uniper, dem größten deutschen Importeur von russischem Erdgas, ihre Talfahrt am MDax-Ende mit einem Minus von mehr als 10 Prozent auf dem tiefsten Stand seit August 2017 fort.

Seit Tagen werfen Anleger wegen des rasanten Ölpreisanstiegs auch die Papiere der Lufthansa aus den Depots, die Aktien der Fluggesellschaft verloren zuletzt fast fünfeinhalb Prozent. Auch die Autobauer und -zulieferer gaben weiter nach, mit Verlusten bis mehr als fünf Prozent für Porsche und Continental. Die Branche belastet neben den steigenden Preisen auch die Sorgen um mögliche Lieferstopps durch den Krieg in der Ukraine.

Das anstehende Stühlerücken in der Dax-Familie sorgte für Kursbewegung bei Siemens Energy, die für einige Experten überraschend, zum 21. März vom Dax in den MDax wechseln. Die Papiere kletterten um knapp ein Prozent. In der zweiten Börsenliga standen die künftigen Dax-Mitglieder Daimler Truck und Hannover Rück hingegen unter Druck - die Papiere des Lkw-Bauers gaben mehr als vier Prozent nach, die des Rückversicherers verloren knapp drei Prozent.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Ukraine-Krieg: Euro fällt auf tiefsten Stand seit Mitte 2020

Update vom 04. März, 08:31 Uhr: Der Euro hat am Freitag weiter nachgegeben und ist auf den tiefsten Stand seit Mitte 2020 gefallen. In der Nacht auf Freitag sank die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1010 US-Dollar. Am Morgen kostete sie mit 1,1030 Dollar kaum mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,1076 Dollar festgesetzt.

Unter Druck geriet der Euro in der Nacht, nachdem auf dem Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ein Feuer ausgebrochen war. Das Feuer soll mittlerweile gelöscht worden sein, es sollen keine kritischen Systeme betroffen sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem gezielten Beschuss durch russische Panzer.

Als sicher geltende Währungen wie der US-Dollar, der japanische Yen oder der Schweizer Franken wurden aufgrund des Vorfalls verstärkt gesucht. Der Euro geriet im Gegenzug unter Druck.

Neben dem Krieg in der Ukraine dürften Marktteilnehmer Zahlen vom US-Arbeitsmarkt im Blick haben. Die Regierung veröffentlicht am Nachmittag ihren monatlichen Jobbericht. Angesichts der Geschehnisse in der Ukraine dürften die Daten aber weniger Beachtung als sonst finden.

Ukraine-Krieg: Habeck verteidigt Energieimporte aus Russland

Update vom 03. März, 16:45 Uhr: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Energielieferungen aus Russland während des Ukraine-Kriegs verteidigt* und auf die Energiesicherheit im Land verwiesen. Er sage „mit großem Bedauern“, dass Deutschland „von russischen Energieimporten abhängig ist“, sagte Habeck am Donnerstag in Berlin. Die Regierung strebe an, „so schnell wie möglich unabhängig davon zu werden“.

Das, was in den vergangenen zehn bis 15 Jahren „bewusst aufgebaut wurde“, nämlich die Abhängigkeit von Russland noch zu erhöhen, könne „nicht in wenigen Tagen oder drei Monaten komplett verändert werden“, betonte Habeck. Die Energiezufuhren aus Russland würden benötigt, um Energiesicherheit und Preisstabilität in Deutschland herzustellen. Es gehe auch darum, die soziale Stabilität in Deutschland zu gewährleisten, fuhr der Minister fort.

Gleichwohl werde an Lösungen gearbeitet, um die Abhängigkeit zu verringern. Noch sei das aber „nicht gelungen“. Derzeit bezieht Deutschland bei Gas 55 Prozent seiner Importe aus Russland*, beim Erdöl sind es 35 Prozent und bei der Kohle 50 Prozent.

Ukraine-Krieg: Öl- und Gaspreise steigen weiter

Update vom 03. März, 13:26 Uhr: Der Ölpreis ist wegen des Ukraine-Kriegs weiter stark gestiegen. Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI überstieg am Donnerstag die Marke von 115 Dollar (knapp 104 Euro), das war der höchste Stand seit 2008. Die Sorte Brent reichte zwischenzeitlich fast an den Preis von 120 Dollar pro Barrel (159 Liter) heran. Diese Marke wurde seit 2012 nicht mehr erreicht.

Der Preisanstieg spiegelt die Furcht vor Versorgungsengpässen im Energiebereich wider. Russland ist der weltweit zweitgrößte Exporteur von Erdöl. Zwar beträfen die verhängten Sanktionen nicht die Ausfuhr von Öl, erklärte Analyst Tamas Vargas von der Firma PVM Oil Associates. Der Handel damit wird durch die Sanktionen aber stark erschwert.

Hinzu komme: Die westlichen Firmen „sanktionieren sich selbst“, indem sie kein russisches Öl mehr kauften und stattdessen nach Alternativen suchen, erklärte Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Das Risiko von Sanktionen wachse zudem mit der Intensität des Krieges.

Zwischenzeitlich war in den vergangenen Tagen auch der Gaspreis in Europa auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Eine mögliche Alternative, die auch die Bundesregierung ins Auge fasst, ist verflüssigtes Erdgas (LNG), wofür hierzulande allerdings noch die Infrastruktur fehlt. Geplant ist der Bau mehrerer Terminals.

Der Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, mahnte dabei zur Eile. „Das völkerrechtswidrige Vorgehen von Wladimir Putin in der Ukraine beweist erneut, dass Russland keine verlässliche Größe für Deutschland ist“, sagte Dürr der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Um die fatale Abhängigkeit von Russlands Energieversorgung zu beenden, müssen wir jetzt LNG-Terminals für den Umschlag von Flüssigerdgas bauen.“

Deutschland ist bei der Energieversorgung stark abhängig von Russland. 55 Prozent des Erdgases, 35 Prozent der Erdöls und 50 Prozent der Kohle kommen aus Russland.

Ukraine-Krise: Dax steht erneut unter Druck

Update vom 03. März, 12:54 Uhr: Nach einer kurzen Stabilisierung ist der Dax am Donnerstag deutlich ins Minus gedreht. Der Krieg in der Ukraine und steigende Energiepreise belasten. Um die Mittagszeit büßte der deutsche Leitindex gut ein Prozent auf 13 858,50 Punkte ein. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor zuletzt 0,83 Prozent auf 30 843,27 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,78 Prozent auf 3790,60 Zähler nach unten.

Unternehmensseitig steht die laufende Berichtssaison im Fokus. Dass der Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck KGaA dank guter Geschäfte der Laborsparte nach dem historisch starken Vorjahr auch 2022 ein hohes organisches Wachstum bei Umsatz und bereinigtem Ergebnis anpeilt, ließ die Aktien an der Dax-Spitze um 2,7 Prozent zulegen.

Beim zuletzt starken Versorger RWE und dem im MDax gelisteten Branchenkollegen Uniper standen Verluste von knapp fünfeinhalb beziehungsweise elf Prozent zu Buche. Börsianer führten diese zuvorderst auf den Krieg in der Ukraine zurück.

Lufthansa-Titel waren mit einem Minus von siebeneinhalb Prozent einer der größten Verlierer im MDax. Die Fluggesellschaft stellt sich angesichts des Ukraine-Krieges nach zwei verlustreichen Pandemiejahren auf weiter schwierige Zeiten ein.

Die anfangs freundlichen Aktien von ProSiebenSat.1 sackten um fast vier Prozent auf ein Tief seit November 2020 ab, obwohl der Fernsehkonzern am Rekordumsatz des vergangenen Jahres anknüpfen und 2022 noch mehr schaffen will.

Die Anteilseigner von Evonik mussten einen Kursverlust von über drei Prozent verkraften. Der Spezialchemiekonzern traut sich trotz der hohen Rohstoffkosten 2022 ein weiteres Gewinnwachstum zu, betont aber auch die Unsicherheiten durch die Entwicklungen in der Ukraine.

Dagegen legten die Aktien von Kion mit einem Plus von zuletzt noch knapp fünfeinhalb Prozent eine Erholungsrally hin und eroberten den MDax-Spitzenplatz. Der Gabelstapler-Hersteller profitierte im vergangenen Jahr von der großen Nachfrage nach Logistik-Fahrzeugen und blickt zuversichtlich auf 2022. Im Kielwasser von Kion schafften es die Titel des Konkurrenten Jungheinrich mit einem Plus von 0,7 Prozent ebenfalls auf einen der vorderen Indexplätze.

Beim Anlagenbauer Gea bremsten zwar Lieferengpässe das Umsatzwachstum im vergangenen Jahr. Allerdings legte der Gewinn dank der Restrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens deutlich zu. Die Aktien verbilligten sich indes um 3,7 Prozent und waren damit so günstig wie zuletzt im vergangenen Sommer.

Auch VW-Konzern stoppt Russland-Geschäft wegen Ukraine-Krieg

Update vom 03. März, 11:54 Uhr: Wie bereits mehrere andere internationale Konzerne setzt nun auch Volkswagen sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. „Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen“, hieß es am Donnerstag. Auch sämtliche Exporte der größten europäischen Autogruppe in die Russische Föderation würden „mit sofortiger Wirkung gestoppt“. Einzelne Marken wie Porsche äußerten sich ebenso.

VW betreibt in Kaluga südwestlich von Moskau und im weiter östlich gelegenen Nischni Nowgorod eine eigene Fertigung. An den Standorten werde die Produktion jetzt vorerst beendet, teilten die Wolfsburger mit. Ebenso sollen keine Autos mehr nach Russland ausgeführt werden. „Mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit zieht der Konzernvorstand die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation.“ Die Beschäftigten in Russland erhalten zunächst eine Lohnfortzahlung.

In anderen Ländern hatte der Kriegsbeginn die Produktion von Autoherstellern bereits ausgebremst - auch bei Volkswagen. So kommt es nach der Corona- und Chipkrise zu weiteren Arbeitsausfällen in Werken wie Zwickau, Wolfsburg oder Hannover, weil Zulieferteile etwa aus der Westukraine fehlen. „Unsere Taskforce arbeitet weiterhin bereichs- und markenübergreifend an Lösungen“, erklärte VW.

Ukraine-Krieg: Russlands Bonität auf Ramschniveau

Update vom 03. März, 10:15 Uhr: Die Ratingagenturen Fitch und Moody‘s haben die Kreditwürdigkeit Russlands wegen des Kriegs in der Ukraine* auf Ramschniveau abgesenkt. Die beiden Unternehmen stuften das Land damit in die Kategorie von Staaten ein, die ihre Schulden möglicherweise nicht zurückzahlen können.

Moody‘s senkte die langfristige Bonität Russlands von der Stufe Baa3 auf B3 ab. Fitch senkte die Kreditwürdigkeit von BBB auf B. Beide Ratingagenturen versahen die Einschätzung mit einem negativen Ausblick, das heißt also, weitere Abstufungen könnten folgen. Den Schritt begründeten Fitch und Moody‘s mit den Sanktionen des Westens wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine*, besonders gegen russische Banken sowie die Zentralbank des Landes. Die Ratingagentur S&P hatte Russland bereits vergangene Woche in Erwartung möglicher Sanktionen abgestuft.

Update vom 03. März, 10:00 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag stabilisiert. Allerdings bremste der Ukraine-Krieg die Kaufbereitschaft. In den ersten Handelsminuten stieg der Dax um 0,27 Prozent auf 14 038,51 Punkte. Zur Wochenmitte war er auf den tiefsten Stand seit einem Jahr abgerutscht, hatte es aber bis zum Börsenschluss noch in positives Terrain geschafft.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann am Donnerstagmorgen 0,66 Prozent auf 31 306,97 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,47 Prozent auf 3838,70 Zähler hoch.

Update vom 03. März, 09:00 Uhr: Deutsche Unternehmen stehen nach Darstellung des Geschäftsführers des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Michael Harms, klar hinter den Sanktionen gegen Russland. „Alle sind der Überzeugung, dass diese Sanktionen notwendig sind; wirtschaftliche Erwägungen müssen jetzt zurückstehen“, sagte Harms am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Während es bei der Verhängung von Sanktionen wegen der russischen Annexion der Krim 2014 noch Diskussionen gegeben haben, inwieweit diese Sanktionen wirklich notwendig seien, erlebe er jetzt „eine große Geschlossenheit“.

Deutschland sei allerdings „kritisch abhängig“ von russischen Gaslieferungen und sollte daher „auch aus eigenem Interesse einen gewissen Handel mit Russland noch aufrechterhalten“, sagte Harms. Letztlich sei das eine politische Entscheidung, aber ein Abbruch dieses Geschäfts „würde uns vor große Herausforderungen stellen“.

Update vom 03. März, 08:15 Uhr: Die Ölpreise legen angesichts des Kriegs in der Ukraine weiter zu. Am Donnerstag markierten die beiden wichtigsten Erdölsorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) die höchsten Stände seit vielen Jahren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bis zu 118,20 US-Dollar und damit so viel wie zuletzt im Jahr 2013. Ein Fass der US-Sorte WTI wurde mit bis zu 114,99 Dollar gehandelt. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2008. Gegenüber dem Vortag legten die Preise um jeweils rund vier Dollar zu.

Der Krieg Russlands in der Ukraine ruft große Sorgen über das Ölangebot hervor. Russland ist einer der weltgrößten Förderer und Exporteure. Händler scheuen momentan das dortige Angebot, unter anderem aus Angst vor Sanktionen großer Volkswirtschaften wie den USA. Das treibt die Preise der anderen Erdölsorten nach oben. Darüber hinaus herrscht Sorge vor einem kompletten Lieferausfall Russlands, entweder wegen Einfuhrverboten anderer Länder oder eines Ausfuhrstopps Russlands.

Auf große Hilfe seitens der 23 Förderländer im Verbund Opec+, dem auch Russland angehört, können die Industrieländer nicht zählen. Der Verbund setzt seinen Kurs einer schrittweisen und moderaten Ausweitung des Rohölangebots fort, wie die Opec+ am Mittwoch mitteilte. Die Mitglieder der Internationalen Energieagentur (IEA) hatten deshalb unlängst beschlossen, einen Teil ihrer strategischen Ölreserven freizugeben. Dazu zählt auch Deutschland.

Mit Material der dpa und AFP

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