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Ukraine-News: Verwechslungsgefahr mit „Z“ der russischen Truppen - Versicherer Zurich entfernt Logo

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Von: Lisa Mayerhofer

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Das Gebäude der Zurich Versicherung in Oerlikon. Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich vermeidet vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine das Firmenlogo „Z“.
Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich vermeidet vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine das Firmenlogo „Z“. © Ennio Leanza/dpa

Der Buchstabe „Z“ ist im Ukraine-Krieg zu einem russischen Propaganda-Symbol geworden. Das stellt nun auch den Schweizer Versicherungskonzern Zurich vor ein Problem.

Zürich - Im Ukraine-Krieg ist in Russland der Buchstabe „Z“ zum Symbol für den Krieg und die Putin-Unterstützer geworden. Der Buchstabe steht auf russischen Militärfahrzeugen und Panzern, die die Ukraine angreifen*. Putin-Unterstützer zeigen das „Z“ an Autos oder auf T-Shirts, um Zustimmung zum Krieg Russlands gegen die Ukraine zu demonstrieren.

Das Symbol soll für „Za Pobedu“ - „Für den Sieg“ stehen. Ein berühmtes Beispiel ist der russische Skandalturner Iwan Kuljak, der zum Abschluss des Weltcup-Turniers Anfang März in Doha bei der Siegerehrung mit einem „Z“ auf seinem Anzug erschienen ist. Dem Athleten droht nun eine Sperre.

Ukraine-Krieg: Zurich will sein Firmenlogo vermeiden

Das neue russische Kriegssymbol hat aber auch den Schweizer Versicherungskonzern Zurich vor ein Problem gestellt: Das Unternehmen nutzt seinen Anfangsbuchstaben als Erkennungszeichen - und will nun im Zuge des Ukraine-Konflikts* sein Firmenlogo „Z“ vermeiden.

„Wir entfernen vorübergehend die Verwendung des Buchstabens „Z“ aus sozialen Kanälen, wo er isoliert erscheint und missverstanden werden könnte“, bestätigte das Unternehmen am Sonntag. Auf der Konzern-Website ist das Logo weiterhin zu sehen.

Ukraine-Krieg: „Z“ als Kriegssymbol in Deutschland strafbar

In Deutschland kann das Zeigen des „Z“-Symbols als Unterstützung für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine übrigens strafbar sein. Der Buchstabe an sich könne nicht verboten werden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Das öffentliche Billigen eines Angriffskriegs damit könne jedoch strafbar sein. Dies hätten im Einzelfall dann Gerichte zu klären

Das Bundesinnenministerium begrüße die Ankündigung einiger Länder, prüfen zu wollen, ob die öffentliche Verwendung des Symbols strafbar sei, sagte der Sprecher. Zuvor hatte nach Bayern und Niedersachsen auch Berlin mitgeteilt, gegen das Zeichen der russischen Armee im Ukraine-Krieg vorgehen zu wollen.

„Wird der Kontext zum Krieg hergestellt mit der Verwendung des weißen Zs, wie es auf den russischen Militärfahrzeugen zu sehen ist, dann bedeutet das natürlich die Befürwortung des Angriffskriegs“, sagte die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dem „Tagesspiegel“ vom Montag. „Das wäre strafbar, da schreiten wir auch sofort ein.“

Würzburger Kirchenmauer mit „Z“-Symbolen beschmiert

Spranger sagte, sie habe mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) gesprochen und teile die niedersächsische Position. „Wir befürworten das wie der niedersächsische Innenminister.“ Neben den drei Bundesländern hatte auch Nordrhein-Westfalen am Wochenende eine Prüfung angekündigt.

Grundlage für das Vorgehen der Länder ist Paragraf 140 des Strafgesetzbuchs, der das Billigen bestimmter Delikte unter Strafe stellt. Möglich sind bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Laut Bundesinnenministerium liegen den Sicherheitsbehörden Erkenntnisse vor, dass das Symbol in Deutschland bereits verwendet wird. Es handle sich dabei bislang vor allem um Farbschmierereien. So wurde beispielsweise eine Kirchenmauer in Würzburg mit mehreren „Z“-Symbolen beschmiert. Mit Material der dpa *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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