Streiks und Verhaftungen

Unruhe im Textilhandel: Deutsche Verbände warnen Bangladesch

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Textilarbeiter protestieren gegen Entlassungen in Bangladesch nach einem Streik für mehr Lohn. Foto: Abir Abdullah

Dhaka (dpa) - Kurz vor dem internationalen Bekleidungsgipfel in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka am Samstag haben deutsche Gewerkschaften und Verbände die dortige Regierung kritisiert.

In einem offenen Brief mahnten etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Handelsverband Deutschland und der Gesamtverband Textil und Mode bei Premierministerin Sheikh Hasina fehlende Arbeiterrechte an. Sie warnten, dass die EU Zollpräferenzen für den zweitgrößten Textilproduzenten der Welt wieder aufheben könnte, wenn Arbeiter in ihren Rechten beschnitten würden.

Anlass sind Unruhen, Massenentlassungen und Festnahmen, die sich nach Ansicht vieler Kritiker gegen die Gewerkschaften des Landes richten. Am 12. Dezember hatten im Distrikt Ashulia Arbeiter des Textilsektors für eine Verdreifachung ihres Mindestlohns auf rund 180 Euro im Monat gestreikt. Als Reaktion wurden nach Gewerkschaftsangaben mindestens 1600 Arbeiter entlassen und mindestens 35 Aktivisten festgenommen.

Die internationale Kritik an dem noch immer andauernden Konflikt hat sich in den vergangenen Wochen weiter verstärkt. Anfang Februar erklärte das deutsche Außenministerium, man mache sich Sorgen, ob die Festgenommenen einen fairen Prozess bekämen. Auch die Gewerkschaft Verdi solidarisierte sich mit den Betroffenen. Nach Angaben der Gewerkschaft Industriall erhielt Premierministerin Hasina bis heute Post von Gewerkschaften aus mehr als 20 Ländern zu dem Thema.

Informationen der Gewerkschaft IndustriALL

Programm des Bekleidungsgipfels in Dhaka

Statement der bangladeschischen Textilindustrie-Vereinigung BGMEA

Offener Brief (pdf)

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