Starke Verkäufe in Deutschland

US-Automarkt mit Absatzrekord 2016

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Experten erwarten, dass dem US-Automarkt nach jahrelangem Boom langsam die Puste ausgeht. Foto: Andrew Gombert

Ein starker Jahresendspurt hat den Autoabsatz in den USA 2016 mit über 17,5 Millionen verkauften Neuwagen auf ein neues Rekordhoch getrieben. Doch die Bestmarke könnte das Ende des Booms markieren. Der deutsche Automarkt legte im letzten Jahr ebenfalls stark zu.

Detroit/Berlin (dpa) - Dank guter Verkaufszahlen im Dezember hat der US-Automarkt ein weiteres Jahr mit einem Absatzrekord geschafft.

Hohe Nachfrage nach Stadtgeländewagen und Pick-up-Trucks sorgte für einen überraschend starken Jahresabschluss, wie die am Mittwoch vorgelegten Zahlen der Hersteller zeigten. Auch in Deutschland brummten 2016 die Autoverkäufe - und trotz Volkswagens Abgas-Skandals kommen hierzulande weiter viele neue Dieselwagen auf die Straße.

Laut Daten des Fachblatts "Automotive News" wurden in den USA 2016 17,54 Millionen Neuwagen verkauft. Das entspricht einem Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Im Dezember schaffte die Branche ein Absatzplus von 3,0 Prozent auf 1,69 Millionen Fahrzeuge. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen. Für 2017 sagen Experten jedoch schwächere Zahlen voraus - der von Billigsprit und niedrigen Zinsen befeuerte Boom könnte sich dem Ende zuneigen.

Ein gemischtes Bild ergibt sich in den USA bei den deutschen Autobauern. Volkswagen konnte im Dezember den zweiten Monat in Folge deutliche Zuwächse verbuchen. Der Neuwagenabsatz der Kernmarke VW kletterte um 20,3 Prozent. Allerdings kam dem vom Abgas-Skandal angeschlagenen Unternehmen bei der Absatzbilanz zugute, dass ein Verkaufsstopp von Dieselwagen die Zahlen im Vorjahr stark belastet hatte. Im Gesamtjahr verkaufte VW 7,6 Prozent weniger Autos als 2015.

Die Töchter der Wolfsburger fuhren derweil weiter Rekorde ein. Audi schaffte im Dezember ein Verkaufsplus von 13,7 Prozent und wurde auf Jahressicht rund vier Prozent mehr los. Porsche setzte im Gesamtjahr 4,9 Prozent mehr ab. Weiter schwer tut sich hingegen BMW mit einem Minus von 5,4 Prozent im Dezember und 9,7 Prozent im Gesamtjahr (inklusive der Marke Mini). Auch Oberklasse-Konkurrent Daimler musste mit 4,8 Prozent weniger verkauften Mercedes-Benz-Fahrzeugen im Dezember Abstriche machen. Im Gesamtjahr gab es ein Mini-Plus von 0,1 Prozent.

In Deutschland sind 2016 so viele neue Autos verkauft worden wie seit sieben Jahren nicht mehr. Mit einem Plus von knapp fünf Prozent auf gut 3,35 Millionen Neuwagen wuchs der deutsche Automarkt zum dritten Mal in Folge. Von den großen Marken verzeichnete unter dem Eindruck des Abgas-Skandals lediglich VW Einbußen. Auch Gebrauchtwagen sind begehrt: Das Kraftfahrtbundesamt zählte 8,37 Millionen Ummeldungen, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist der höchste Stand seit vielen Jahren.

"2016 war ein starkes Autojahr", sagte Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie. In den deutschen Autofabriken wurden im vergangenen Jahr insgesamt gut 5,74 Millionen Autos gebaut, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Weiterhin ist knapp jedes zweite neue Auto in Deutschland ein Diesel, der Marktanteil sank jedoch von 48 auf 45,9 Prozent, weil mehr Kunden in Benziner einstiegen als im Vorjahr.

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