Milliarden-Investitionen

US-Mobilfunk-Tochter beflügelt Deutsche Telekom weiter

+
Angesichts der guten Entwicklung im ersten Halbjahr erhöhte der Konzern seine Gewinnprognose für 2017 - allerdings nur geringfügig. Foto: Holger Hollemann

Der Bonner Telekommunikationsriese hebt seine Gewinnprognose dank des starken US-Geschäfts an. Der Finanzvorstand ist überzeugt: Auch in den nächsten Jahren dürfte es weiter bergauf gehen.

Bonn (dpa) - Mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Gewinn: Das US-Mobilfunk-Geschäft hat der Deutschen Telekom auch im zweiten Quartal wieder einen Wachstumsschub gebracht.

Doch auch in Deutschland und Europa sieht sich der Konzern inzwischen auf gutem Weg, wie Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt berichtete.

Insgesamt steigerte die Telekom ihren Umsatz im zweiten Jahresviertel um 6 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Der Überschuss erhöhte sich um 40,7 Prozent auf 874 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse legte der Gewinn um 13,8 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu.

Größter Treiber war dabei erneut das US-Geschäft mit einer Umsatzsteigerung von 12,7 Prozent und einem Plus beim operativen Ergebnis von 21,5 Prozent. Innerhalb eines Jahres habe T-Mobile US weitere 6,5 Millionen Kunden gewonnen, sagte Dannenfeldt. Er zeigte sich auch für die zukünftigen Aussichten der US-Tochter optimistisch: "Wir haben alle Zutaten, die man braucht, um in den nächsten Jahren ein erfolgreiches Geschäft zu betreiben."

Mit dem über 7 Milliarden Euro teuren Erwerb weiterer Funkfrequenzen in den USA habe das Unternehmen die Basis gelegt. T-Mobile US werde noch im laufenden Jahr beginnen, diese Frequenzen zu nutzen. Zu Spekulationen über mögliche Fusionen im US-Telekommunikationsmarkt wollte sich der Manager nicht äußern.

Dank Milliarden-Investitionen in die Netzinfrastruktur sieht Dannenfeldt den Bonner Konzern auch außerhalb der USA wieder im Aufwind. "De Kunden honorieren das und kommen zu uns. Und zwar nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und zunehmend in unseren europäischen Beteiligungsgesellschaften", berichtete er.

Angesichts der guten Entwicklung im ersten Halbjahr erhöhte der Konzern seine Gewinnprognose für 2017 - allerdings nur geringfügig. Beim operativen Ergebnis (bereinigtes Ebitda) rechnet die Telekom nun für das Gesamtjahr mit rund 22,3 Milliarden Euro, das sind 100 Millionen Euro mehr als zuvor. Wegen der hohen Ausgaben für US-Mobilfunk-Lizenzen von rund 8 Milliarden Dollar stiegen die Nettofinanzschulden der Bonner von rund 50 Milliarden Euro Ende 2016 auf 55,2 Milliarden Ende Juni.

Telekom-Mitteilung

Zwischenbericht

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen

Täglich sortiert die Post Dutzende Millionen Briefe. Doch gerade bei Sendungen von Geschäftskunden reichen die Kontrollen offenbar bisher nicht aus. Das sollen Betrüger …
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen

Siemens setzt bei Personalabbau auf Kompromissbereitschaft

Mit massiven Protesten haben Arbeitnehmervertreter auf die angekündigten Stellenstreichungen bei Siemens reagiert. Und weitere Demonstrationen sind geplant. Der Vorstand …
Siemens setzt bei Personalabbau auf Kompromissbereitschaft

Strom bleibt 2018 teuer

Strom wird im kommenden Jahr wieder nicht günstiger - obwohl die Versorger etwas billiger einkaufen konnten und Umlagen zurückgehen. Geben die Konzerne Entlastungen …
Strom bleibt 2018 teuer

Flughafen BER: Noch 30 "technische Risiken" im Terminal

Berlin (dpa) - In dem noch nicht fertiggestellten Fluggastterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bestehen derzeit etwa 30 "technische Risiken" von …
Flughafen BER: Noch 30 "technische Risiken" im Terminal

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.