Kurs wird fortgesetzt

US-Notenbank schraubt Leizinsen weiter nach oben

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US-Notenbankchefin Janet Yellen steht für einen vorsichtigen Kurs, um die Märkte nicht in Turbulenzen zu bringen.

Mit den Zinsen in der größten Volkswirtschaft der Welt geht es langsam, aber stetig aufwärts. Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut leicht angehoben. Bald sollen auch Anleihen verkauft werden.

Washington - Die US-Notenbank Federal Reserve hat wie erwartet erneut ihren Leitzins erhöht. Das Zielniveau liegt damit nun bei 1,0 bis 1,25 Prozent und damit um 0,25 Punkte höher als bisher, teilte die Fed nach einer Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses am Mittwoch mit. Es ist damit der vierte Zinsschritt der US-Notenbank seit der Finanzkrise.

Die Notenbank deutete jedoch an, dass weitere Schritte etwas länger dauern könnten. Sie bewegt sich damit auf der Linie von US-Präsident Donald Trump, der eine zu straffe Geldpolitik und damit einen zu starken Dollar aus Sorge um die Außenhandels-Bilanz und die Exportstärke der USA ablehnt.

„Wir erwarten, dass die Inflation wieder anzieht“

Die Fed hatte bereits im Dezember 2015, im Dezember 2016 sowie im März 2017 ihren Leitzins - die sogenannte Federal Funds Rate - erhöht. Die Notenbank orientiert sich bei ihren geldpolitischen Entscheidungen am US-Arbeitsmarkt und an der Inflationsrate. Beides bewege sich gegenwärtig im erwarteten Zielkorridor. Allerdings hatte die Inflation zuletzt nachgelassen.

„Wir erwarten jedoch, dass die Inflation wieder anzieht und sich in den nächsten Jahren bei unserer Zielmarke von ungefähr zwei Prozent einpendelt“, sagte Notenbank-Chefin Janet Yellen am Mittwoch. Die Arbeitslosigkeit sei im laufenden Jahr um 0,5 Punkte auf 4,3 Prozent gefallen. „Das ist historisch niedrig“, sagte Yellen. Es werde eine weitere Stärkung des Arbeitsmarktes erwartet.

Sie kündigte an, dass die Fed plane, noch in diesem Jahr ihre zur Lockerung des Geldflusses aufgekauften Anleihen abzustoßen. Dieses Verkaufsprogramm stellt eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik dar. Die Verkäufe sollen zunächst in relativ kleinem Rahmen beginnen und dann auf ein Volumen von bis zu 50 Milliarden Dollar pro Monat steigen.

Programmbeginn noch offen

Wann das Programm beginnt, sei noch nicht entschieden. Der Verkauf würde der Fed wieder mehr Spielraum geben, falls es wieder zu einer schwierigeren wirtschaftlichen Situation kommt und Stimuli nötig würden. In der Finanzkrise hatte die Fed bis 2014 monatlich Anleihen im Wert von bis zu 85 Milliarden Dollar aufgekauft und so insgesamt 3,5 Billionen Dollar in die Märkte gepumpt.

Die am Mittwoch erhöhte Federal Funds Rate gibt an, zu welchem Preis sich Banken über Nacht gegenseitig Geld leihen. Änderungen beim US-Leitzins wirken aber weltweit. So kann etwa der Dollar im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen der Welt gestärkt werden, Schulden in US-Dollar würden dann etwa für ausländische Unternehmen oder auch für Staatshaushalte teurer.

Finanzexperten in Europa rufen seit längerem dazu auf, auch in der Eurozone die Zinsen nach einer langen Phase des ultrabilligen Geldes anzupassen. Ein Zinsschritt der Europäischen Zentralbank ist jedoch vorläufig nicht in Sicht. Mindestens bis Dezember zeigt die europäische Geldpolitik noch in die entgegengesetzte Richtung. Bis dahin läuft ein Programm zum Aufkauf von Anleihen und damit de facto zum Anwerfen der Notenpresse.

dpa

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