Handelsgespräche

US-Wirtschaftsminister Ende Juni in Deutschland

+
US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross kommt zu Handelsgesprächen nach Berlin. Foto: Manuel Balce Ceneta

Wirtschaftspolitisch hat es schon mächtig geknirscht zwischen Europa und der neuen US-Regierung. Die Deutschen wollen die Wogen glätten - nach der Kanzlerin war jetzt auch die Wirtschaftsministerin in Washington. Dabei kamen sich beide Seiten näher.

Washington (dpa) - Deutschland und die USA wollen bei wirtschaftlichen Streitfragen enger ins Gespräch kommen: Nach einem Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) in den USA reist US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross in einem Monat nach Berlin.

Am 27. Juni wolle ihr Amtskollege an Handelsgesprächen in der deutschen Hauptstadt teilnehmen, teilte Zypries nach einem Treffen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in Washington mit. Bei dem Termin stehen dann möglicherweise die drohenden Strafen gegen deutsche Stahlproduzenten wegen angeblicher Dumpingpreise auf der Agenda.

Ross kündigte an, dass sein Ministerium Präsident Donald Trump im Laufe des Junis mit den erforderlichen Unterlagen versorgen werde, so dass das Weiße Haus eine Entscheidung treffen könne. Zypries möchte zuvor auch die Sicht der deutschen Stahlproduzenten hören.

Die USA erheben Dumping-Vorwürfe gegen die beiden deutschen Hersteller Salzgitter AG und Dillinger Hütte. Deutschland geht davon aus, dass eine falsche Berechnungsmethode zugrunde gelegt wurde.

Zypries sagte, sie habe bereits "eine gute Kommunikationsebene" mit Ross: "Ich würde sagen, dass es ein gutes Gespräch war." Die Annahme ihrer Einladung zeige, dass der Minister an weiteren Kontakten interessiert sei. Die neue US-Regierung müsse sich erst noch finden, so ihr Eindruck: "Dieser Prozess ist immer noch nicht abgeschlossen."

In der Wirtschaftspolitik hatte das Kabinett Trump mit Abschottungs- und Zollankündigungen sowie noch teils unklaren Plänen in der Steuer- und Infrastrukturpolitik für Verwirrung gesorgt. Zypries sagte, dass es aber Fortschritte im Verständnis gebe: "Das war eine gelungene Reise." Sie habe auch mit Unternehmen sowie Abgeordneten des Repräsentantenhauses und dessen Vorsitzenden Paul Ryan gesprochen.

Am Donnerstag wollte Zypries ihre US-Reise mit einem Besuch im weltweit größten Werk des Autobauers BMW in Spartanburg (South Carolina) fortsetzen. Die Regierung in Washington zeige vor allem Interesse am deutschen Ausbildungssystem. Ross habe ihr gesagt, "da können die USA viel von Deutschland lernen".

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bericht: VW kommt bei Billigautos für China und Indien voran

Wolfsburg (dpa) - Trotz der geplatzten Gespräche mit dem indischen Autobauer Tata kommt Volkswagen beim geplanten Einstieg ins Billigsegment voran. Zwei neue …
Bericht: VW kommt bei Billigautos für China und Indien voran

Dax und MDax erreichen neue Rekordmarken

Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordjagd an der US-Börse hat dem Dax eine weitere Bestmarke beschert. Der deutsche Leitindex erreichte am Vormittag bei gut 13 094 Punkten …
Dax und MDax erreichen neue Rekordmarken

Verdi: Auch Lufthansa soll für Transfergesellschaft zahlen

Berlin (dpa) - Geld für die geplante Transfergesellschaft für Beschäftigte der Air Berlin muss aus Gewerkschaftsicht auch von den Käufern der insolventen …
Verdi: Auch Lufthansa soll für Transfergesellschaft zahlen

Allianz warnt vor zunehmenden Hackerangriffen auf Autos

Hackerangriffe auf Autos könnten verheerende Folgen haben - und eine ursprünglich harmlose Schnittstelle für das Auslesen von Abgaswerten bietet ein Einfallstor für …
Allianz warnt vor zunehmenden Hackerangriffen auf Autos

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.