Folgen der Energiewende

Vattenfall plant Stellenabbau in Wasserkraftwerken

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Bis Ende 2019 könnten "bis zu 60 Prozent" der bislang rund 420 Vollzeitstellen wegfallen. Das wären rund 250 Arbeitsplätze. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Berlin (dpa) - Der Energiekonzern Vattenfall plant einen drastischen Stellenabbau in seinen deutschen Wasserkraftwerken. Als Folge der Energiewende machten die Pumpspeicherkraftwerke Verluste, teilte der schwedische Konzern mit.

Der Betrieb der sechs Anlagen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein müsse daher eingeschränkt werden. Nach derzeitiger Planung könnten bis Ende 2019 "bis zu 60 Prozent" der bislang rund 420 Vollzeitstellen wegfallen. Das wären rund 250 Arbeitsplätze.

Bei Speicherkraftwerken wird Wasser in ein Staubecken hinaufgepumpt. Man lässt es nach Bedarf später wieder bergab fließen und treibt damit Turbinen und Generatoren an, die Strom erzeugen. Diese Pumpspeicher seien "die Stiefkinder der Energiewende", sagte der Chef der Wasserkraft-Sparte, Peter Apel, obwohl sie eigentlich gebraucht würden, um Strom aus erneuerbaren Energien, der nicht gleich verwendet wird, zu speichern und die Netze stabiler zu machen.

In den Werken Goldisthal und Hohenwarte II in Thüringen, Markersbach in Sachsen und Wendefurth in Sachsen-Anhalt soll der Anlagebetrieb nach Vattenfall-Angaben "optimiert" werden. Der Pumpspeicher Niederwertha in Sachsen sei bereits "nicht mehr ständig betriebsbereit", in diesen "Übergangsbetrieb" solle demnächst auch der Speicher Geesthacht in Schleswig-Holstein versetzt werden.

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, nannte es absurd, dass diese "wichtigen Arbeitsplätze im Bereich der so nötig gebrauchten Speicher gestrichen werden müssen".

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