Differenzen ausgeräumt

Vertrag von Osram-Chef Berlien verlängert

+
Olaf Berlien.

München - Osram-Chef Berlien kann den Zwist mit Großaktionär Siemens abhaken. Der Aufsichtsrat hat seinen Vertrag verlängert. Osram richtet sich nun auf Digitalisierung aus.

Osram-Chef Olaf Berlien kann die Neuausrichtung des Lichtkonzerns in den kommenden Jahren weiter vorantreiben. Der Aufsichtsrat verlängerte am Dienstag zur Hauptversammlung in München den Vertrag des 54-jährigen Managers bis Ende 2022. „Herr Berlien hat den Umbau von Osram mit viel Energie, Beharrlichkeit und großem Erfolg vorangetrieben. Die Ausrichtung des Unternehmens auf Hochtechnologie und einen klaren Wachstumskurs trägt seine Handschrift“, erklärte Osram-Aufsichtsratschef Peter Bauer. Berlien steht seit gut zwei Jahren an der Osram-Spitze.

Auch die Aktionäre zeigten sich zufrieden mit dem Kurs. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte, Berlien habe erreicht, „dass Osram auch in Zukunft noch ein Marktplayer sein wird“ - trotz des Eklats auf dem vergangenen Anlegertreffen, als der Großaktionär Siemens der Osram-Führung demonstrativ das Vertrauen entzogen hatte. „Danke, Sie haben klasse Arbeit geleistet“, sagte Bergdolt.

Kritik gab es allerdings an der Millionen-Abfindung für den früheren Osram-Finanzchef Klaus Patzak, der Mitte vergangenen Jahres das Unternehmen verlassen hatte. „Der Abschied von Herrn Patzak kam plötzlich, und er war monetär nicht gerade günstig“, sagte Bergdolt.

Differenzen scheinen vom Tisch zu sein

Zum Streit mit dem früheren Mutterkonzern Siemens war es nach Berliens Ankündigung gekommen, in Malaysia für eine Milliarde Euro eine LED-Fabrik zu bauen. Siemens sah darin ein zu hohes Risiko und hatte der Osram-Führung eine mangelhafte Informationspolitik vorgeworfen. Siemens hält noch 17,5 Prozent an Osram.

Mittlerweile scheinen die Differenzen ausgeräumt zu sein - zumindest soll die Entscheidung zu Berliens Vertragsverlängerung im Aufsichtsrat, in dem auch ein Siemens-Vertreter sitzt, einstimmig gefallen sein.

Osram ist nun auf die drei Säulen LED-Komponenten, Spezialbeleuchtung sowie Leuchten, Lösungen und elektronische Komponenten ausgerichtet. Gute Chancen sieht Berlien etwa im Geschäft mit Infrarot-Chips, die beispielsweise in Virtual-Reality-Brillen zum Einsatz kommen. Generell habe das Unternehmen einen klaren Kurs in Richtung Digitalisierung genommen.

Die Ziele für das laufende Geschäftsjahr (30. September) und bis 2020 bekräftigte Osram-Finanzvorstand Ingo Bank. Unter anderem will Osram bis 2020 rund fünf Milliarden Euro Umsatz erreichen. Dazu werden die Investitionen deutlich ausgeweitet, auch weitere Akquisitionen stehen auf der Agenda.

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bieterfrist für Air-Berlin-Technik endet

Berlin (dpa) - Der Verkaufspoker um die insolvente Air Berlin tritt heute in eine neue Phase. Für die Techniktochter mit 900 Beschäftigten endet die Bieterfrist. Bislang …
Bieterfrist für Air-Berlin-Technik endet

Starkes Wachstum dürfte Daimler weiter gute Zahlen bescheren

Stuttgart (dpa) - Nach den weitreichenden Zukunfts-Entscheidungen der vergangenen Wochen richtet sich der Blick beim Autobauer Daimler nun erst einmal wieder auf das …
Starkes Wachstum dürfte Daimler weiter gute Zahlen bescheren

Dax schließt unter 13 000 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordfahrt am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag ausgebremst worden. Händler nannten als Grund vor allem Gewinnmitnahmen, nachdem die …
Dax schließt unter 13 000 Punkten

Preise für Nordsee-Krabben fallen

Ein Krabbenbrötchen für zehn Euro? Die Zeiten sollten erst einmal vorbei sein. Seit dem Herbsttief "Sebastian" Mitte September sind die Nordsee-Krabben wieder da. Und …
Preise für Nordsee-Krabben fallen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.