Fracking

Verzicht auf Schiefergas setzt Erdgasförderbranche zu

+
Eine Erdgasförderanlage nahe Rotenburg in Niedersachsen. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

Hannover (dpa) - Der gesetzlich verordnete Verzicht auf Fracking im Schiefergestein lässt die Erdgasförderung in Deutschland nach Brancheneinschätzung jährlich um zehn Prozent sinken.

Theoretisch reichten die Reserven im Boden für 30 Jahre Vollversorgung, sagte Ritva Westendorf-Lahouse, Sprecherin von ExxonMobil. Es gehe aber nicht ohne Schiefergas, also Fracking in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten wie Schiefergestein. Verlasse man sich auf vorhandene Bohrungen und konventionelles Fracking, also in tiefen Sandsteinschichten, wäre aus ihrer Sicht innerhalb weniger Jahre der Weg in die vollständige Abhängigkeit von Importen vorgezeichnet.

Die heimische Förderung sinkt seit Jahren: 2016 holten die Unternehmen noch 7,9 Milliarden Kubikmeter aus dem Boden, ein Jahr zuvor waren es 8,6 Milliarden Kubikmeter, 2006 sogar noch 20 Milliarden Kubikmeter.

Die gesetzliche Regelung sieht ein Fracking-Verbot in unkonventionellen Lagerstätten vor. Zu wissenschaftlichen Zwecken darf es Probebohrungen geben, um die Folgen für die Natur zu erkunden - aber nur, wenn die betroffenen Bundesländer zustimmen. Darin sehen Kritiker eine Hintertür, um diese bei Umweltschützern besonders gefürchtete Fracking-Art doch noch zuzulassen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) allerdings betonte: "Fracking in unkonventionellen Lagerstätten schließen wir aus." Rund 95 Prozent der deutschen Erdgasvorkommen befinden sich in Niedersachsen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Standort: München, Ingolstadt und Darmstadt liegen vorn

Welches sind die Großstädte Deutschlands mit großer Wirtschaftskraft? Welche Kommunen haben die besten Zukunftschancen? Eine Auftragsstudie fasst viele Daten zusammen. …
Standort: München, Ingolstadt und Darmstadt liegen vorn

Deutsche Wirtschaft wächst in den Sommermonaten kräftig

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat angetrieben vom Exportboom und von steigenden Investitionen vieler Unternehmen ihr Wachstumstempo im dritten Quartal erhöht.
Deutsche Wirtschaft wächst in den Sommermonaten kräftig

Miese Stimmung bei Bundesagentur

Misstrauen, fehlende Kooperation und Wertschätzung - eine Mitarbeiterbefragung unter 3000 Führungskräften offenbart ein desaströsen Betriebsklima bei der Bundesagentur …
Miese Stimmung bei Bundesagentur

Euro-Stärke drückt Dax unter 13 000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Der starke Euro hat den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneut belastet. Die Gemeinschaftswährung stieg am Morgen noch deutlicher über 1,18 …
Euro-Stärke drückt Dax unter 13 000 Punkte

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.