VW-Hauptversammlung

Darum geht es bei der VW-Hauptversammlung wirklich

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Volkswagen steht Aktionären Rede und Antwort

Washington -Der VW-Konzern empfängt seine Aktionäre: Zum zweiten Mal seit Auffliegen des Diesel-Skandals lädt Volkswagen zur Hauptversammlung - und muss sich dort wohl weiter auch mit den Altlasten der Abgas-Affäre herumschlagen.

Das Treffen in Hannover findet aber in voraussichtlich ruhigerer Atmosphäre als vor einem Jahr statt. Damals hatten Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat teils mit heftigen Worten angeschrien.

Inzwischen hat Europas größter Autobauer allerdings deutlich Fahrt aufgenommen: Im ersten Quartal verdiente der Konzern vor allem dank starker Geschäfte in Westeuropa deutlich mehr, unter dem Strich blieben 3,4 Milliarden Euro Gewinn in der Kasse - ein Plus von fast 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 10,3 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro.

Nicht nur Abgas-Skandal sorgt für Ärger

Die im September 2015 eingeräumten Manipulationen bei Abgastests rund um das gesundheitsschädliche Stickoxid hatten VW in eine tiefe Krise gestürzt. Weltweit waren elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Auch in diesem Jahr dürften daher auf der Hauptversammlung bohrende Fragen zur Aufarbeitung des Skandals und zu den Anlegerklagen gestellt werden. In einem Musterverfahren von VW-Aktionären beginnt Anfang 2018 die mündliche Verhandlung. Volkswagen hat für die Kosten des Dieselskandals insgesamt bereits 22,6 Milliarden Euro verbucht.

Doch nicht nur Abgas-Skandal sorgt für Ärger. Auch in der Dauerfehde zwischen Volkswagen und der US-Autogewerkschaft UAW, die von VW als Tarifpartner abgelehnt wird, liegt eine Reihe von Gegenanträgen zur Hauptversammlung vor. Deren Ziel: Vorstand und Aufsichtsrat soll die Entlastung, also der übliche Vertrauensbeweis, verweigert werden. VW hält die Gegenanträge für unbegründet.

"Zukunftspakt" soll die Marke VW profitabler machen

Aufwärts geht es derweil für die lange Zeit schwächelnde Kernmarke VW-Pkw: Im ersten Quartal lag das operative Ergebnis bei 869 Millionen Euro - was einer Marge von 4,6 Prozent entspricht. Vor einem Jahr war der operative Gewinn der Marke auch wegen des Abgas-Skandals noch auf 73 Millionen Euro eingebrochen. Der "Zukunftspakt" entfalte immer mehr Wirkung und sichere die Arbeitsplätze, heißt es in einem internen Brief von Markenchef Herbert Diess und Betriebsratsboss Bernd Osterloh an die Belegschaft, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der "Zukunftspakt" soll die Marke VW profitabler machen. Vorgesehen ist unter anderem der Wegfall von weltweit bis zu 30.000 Stellen - ohne betriebsbedingte Kündigungen. Im Gegenzug sollen Tausende Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern entstehen.

dpa

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