Aktuelle Werbekampagne

So genial reagiert Aldi auf Shitstorm wegen Daniel-Aminati-Werbespot

Köln - Der Discounter-Riese Aldi sorgt mit seinem neuen Werbespot für ordentlich Wirbel im Netz  - darin spielt nämlich ausgerechnet TV-Moderator Daniel Aminati eine tragende Rolle.

Der bekannte Discounter Aldi stieg erst Ende letzten Jahres offiziell in die TV-Werbung ein - sicherte sich mit dem allerersten Spot, der jemals im deutschen Fernsehen zu sehen war, jedoch sogleich einen Ehrenplatz in der Riege „besonder skurriler Spots “. 

In besagtem Werbefilm transformiert der Billig-Discounter seine größte Schwäche in seine Stärke und bricht das Aldi-Konzept auf den simplen Slogan „Einfach ist mehr“ herunter: Eine niedliche Kinderstimme aus dem Off wirbt dafür, dem Kunden nur das zu präsentieren, was er wirklich braucht. Dazu werden wahlweise Bilder von Kindern, die „Supermarkt“ spielen, unbeschwert durch die Wohnung rennen oder auch mit ordentlich Schwung in Pfützen springen, aneinander gereiht.

Kritiker bemängelten schon bald, dass Aldi es sich mit diesem Motto denkbar leicht machte und vermuteten dahinter den offensichtlichen Versuch, ein qualitativ nicht allzu hochwertiges Angebot zu kompensieren. Auch der Zusammenhang zwischen der dargestellten, heilen Kinderwelt und dem Aldi-Sortiment wurde vielen Kunden laut dem Online-Magazin Handelsblatt nicht ganz klar. Auf der Facebook-Seite von Aldi Süd machten sie ihrem Ärger Luft.

Dieser Werbespot toppt alles

Doch in einem neuen Werbespot, den Aldi aktuell nur über YouTube und Facebook vertreibt, hat die Supermarkt-Kette in punkto Absurdität und Fremdscham nun noch eine Schippe draufgelegt.

Denn darin spielt ausgerechnet ein muskelbepackter TV-Moderator eine tragende Rolle: Der ehemalige Sänger der Boyband „Bed and Breakfest“ aka Daniel Aminati bewirbt in dem Spot seine Fitnessmodekollektion „Mach dich krass - by Daniel Aminati“. 

Die Trainingsklamotten sind ab dem 8. Mai 2017 bei jedem Aldi Süd zu erwerben - und laut der groß angelegten Werbekampagne natürlich ganz besonders „krass“.

Für die Aktion hat der Discounter tatsächlich einige Geschütze aufgefahren: Er organisierte unter anderem ein Workout mit dem Moderator, an dem 100 Fitnessfanatiker (darunter 50 Aldi-Angestellte) teilnehmen durften, und räumten dem Entertainer auch im aktuellen Wochenprospekt eine Doppelseite frei. 

Kritiker vermissen die klare Botschaft

Den krönenden Abschluss bildet nun der 97-Sekunden-Spot, in dem Aminati einen Personal Trainer mimt, der seine Aldi-Angestellten zu sportlichen Höchstleistungen drillt. Dabei wirft er mit höchst innovativen Sprüchen wie „Macht euch glücklich“ und natürlich „Macht euch krass“ um sich und befiehlt wahlweise dem türkischen Mitarbeiter mit Basecap, der übergewichtigen Kassiererin oder der überschminkten Schickimicki-Tante, sich endlich mal in Form zu bringen. 

Und obwohl der Versuch, sich selbst nicht all zu ernst zu nehmen, durchaus ehrenvoll und zielführend hätte sein können, driftet der Discounter an dieser Stelle doch allzu sehr in billige Klischees ab. 

Auf Twitter hagelt es Spott und Hohn

Auch die restlichen Szenen - die von Workouts mit Wasserflaschen und Salatköpfen über „Cheatdays“ bis hin zu „blassen“ und überhaupt nicht „krassen“ Frauen reichen - entbehren einer gewissen Logik. 

Der tiefere Sinn erschließt sich leider auch am Ende des Spots nicht - denn plötzlich feiern sie alle eine ausgelassene Party. Wohl auch deshalb löste der Spot samt groß angelegter Werbekampagne im Netz bislang nicht gerade eine Begeisterungswelle aus. Auf Twitter stößt sie bislang vor allem auf spöttische und höhnische Kommentare:

Immerhin hat der Discounter mittlerweile auf die harsche Kritik an der aufgebauschten Aminati-Werbekampagne reagiert - und dabei muss man den Aldi-Mitarbeitern zumindest eines lassen. Humor haben sie: 

Rubriklistenbild: © dpa

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