Autoboom geht zu Ende

VW, BMW und Daimler mit Absatzproblem auf schwachem US-Markt

+
Der US-Markt ist schwierig: Volkswagen-Logo bei einem Händler in Boston. Foto: Adam Glanzman

Der Autoboom in den USA ist vorbei. Auch mit üppigen Preisnachlässen und Sonderangeboten lässt sich die Kundschaft nicht mehr wie erhofft in die Autohäuser locken. Die führenden US-Hersteller machen starke Abstriche und auch die großen deutschen Konzerne tun sich schwer.

Detroit (dpa) - Der US-Autokonjunktur geht die Puste aus - das bekommen auch die deutschen Branchengrößen Volkswagen, BMW und Daimler zu spüren. Nach dem Rekordabsatz im Vorjahr wird die Industrie 2017 trotz starker Rabatte immer weniger Neuwagen los.

Im Juli erlitten fast alle großen Hersteller erhebliche Einbußen, wie die am Dienstag veröffentlichten Verkaufszahlen zeigen. Dem Marktforscher Autodata zufolge sank der Absatz verglichen mit dem Vorjahreswert um sieben Prozent auf 1,4 Millionen Wagen.

VW brachte mit 27 091 Fahrzeugen 5,8 Prozent weniger Autos auf die Straße als ein Jahr zuvor. Bei den wichtigen US-Modellen Jetta und Passat ging der Absatz spürbar zurück. Die Premium-Töchter Audi und Porsche hingegen steigerten die Verkäufe um 2,5 beziehungsweise 0,6 Prozent und zählten damit zu den wenigen Gewinnern des vergangenen Monats.

BMW hingegen setzte inklusive der Tochter Mini 26 363 Fahrzeuge ab, das waren 13,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Rivale Daimler meldete ein Minus von 9,2 Prozent auf 25 909 Autos.

"Der Juli hat sich als herausfordernder Monat quer durch die Branche herausgestellt", sagte Dietmar Exler, Chef von Daimlers Tochtergesellschaft Mercedes-Benz USA. Nachdem die Branche im Vorjahr dank günstiger Spritpreise und niedriger Finanzierungszinsen eine neue Absatzbestmarke von über 17,5 Millionen Neuwagen erreicht hatte, kühlt sich der US-Markt ab. Zwar ist die Nachfrage nach sportlichen Stadtgeländewagen und Pick-up-Trucks noch relativ stabil, doch klassische Pkw haben einen schweren Stand.

Die US-Branchenführer Ford und General Motors erlitten im Juli, der einen Verkaufstag weniger hatte als im Vorjahr, Absatzeinbußen in Höhe von 7,4 und 15 Prozent. Der italienisch-amerikanische Branchenriese Fiat Chrysler meldete ein Minus von 10 Prozent. Auch Honda und Nissan verkauften weniger. Als einziges Schwergewicht punktete Toyota mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent. Analysten hatten zwar ohnehin mit einem schwachen Juli gerechnet, doch die Ergebnisse fielen noch deutlich schwächer als erwartet aus.

VW-Mitteilung

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Aldi-Kundin macht eine lustige Entdeckung an Tiefkühltruhe - da war der Mitarbeiter wohl verwirrt

Da hat ein Aldi-Mitarbeiter wohl etwas geschlafen, denn eine Kundin hat am Tiefkühlregal eine lustige Entdeckung gemacht und es bei Facebook gepostet. 
Aldi-Kundin macht eine lustige Entdeckung an Tiefkühltruhe - da war der Mitarbeiter wohl verwirrt

Cloud-Boom beschert Microsoft kräftige Geschäftszuwächse

Microsoft befindet sich dank brummender Cloud-Dienste schon länger wieder auf der Erfolgsspur. Inzwischen florieren die Geschäfte auch in anderen Sparten. Die …
Cloud-Boom beschert Microsoft kräftige Geschäftszuwächse

Rückruf von Langnese-Eis - für Allergiker höchst gefährlich

Wegen möglicher allergischer Reaktionen hat der Lebensmittel-Hersteller „Unilever“ nun ein beliebtes Langnese-Eis aus dem Verkehr gezogen. Es kann für Allergiker eine …
Rückruf von Langnese-Eis - für Allergiker höchst gefährlich

Neuerung an der Kasse: Das wird viele Lidl-Kunden freuen

Der Discounter Lidl verbessert seinen Service an der Kasse. Die Verbraucher, vor allem aus ländlichen Regionen, werden sich definitiv darüber freuen.
Neuerung an der Kasse: Das wird viele Lidl-Kunden freuen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.