„Steht auf unserer Agenda“

VW: Autobauer treibt Abschied von seinen heißesten Marken voran – Cristiano Ronaldo ist ein großer Fan

Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg: Beim größten Autobauer der Welt könnte es für die Luxussport-Marken eng werden.
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Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg: Beim größten Autobauer der Welt stehen mehrere Marken auf der Kippe.

Volkswagen hat offiziell inzwischen zwölf Marken, inoffiziell sogar noch mehr. VW-Vorstandschef Herbert Diess sieht Handlungsbedarf.

Wolfsburg/München - Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen* bereitet offenbar die Trennung von seinen Super-Luxusmarken vor. „Wir bringen den rechtlichen Rahmen bei unseren italienischen Töchtern Ducati, Italdesign und Lamborghini in eine Struktur, in der wir handeln könnten“, sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess* am Montag in einer bislang kaum beachteten Telefon-Konferenz mit Analysten. Eine Entscheidung über die Zukunft der Gesellschaften sei aber „noch nicht getroffen“.

Mit den Vorbereitungen will VW offenbar die Voraussetzungen schaffen, um die komplexe Konzernstruktur weiter zu vereinfachen. Offiziell gehören eigentlich zwölf Marken zu den Niedersachsen. Allerdings hat beispielsweise die spanische Tochter Seat erst im vergangenen Juni mit Cupra eine eigene E-Marke aufgelegt. Auch in China hat VW mit Jetta eine weitere Marke am Start. Allerdings gehören weder Cupra noch Jetta zum offiziellen VW-Dutzend.

In der Telefon-Konferenz mit Analysten vermieden es Diess und sein Finanzvorstand Frank Witter sorgsam, weitere Details zu ihren Plänen für die Luxus-Sportwagenmarke Lamborghini oder Ducati zu nennen. Dies sei „wahrscheinlich ein etwas langsamerer Prozess“, sagte Diess. Er stehe aber „auf unserer Agenda.“

VW: Personalie facht Spekulationen weiter an

Erst am Montag hatte Volkswagen zudem die Führung bei Lamborghini neu geregelt. Danach übernimmt der bisherige Bugatti-Chef Stephan Winkelmann zum 1. Dezember das Ruder bei den Italienern. Der bisherige Lamborghini-Chef Stefano Domenicali wechselt in die Formel 1 und wird dort ab 2021 Chef der Rennserie. Die Personalie hatte die Spekulationen um die Zukunft von Lamborghini erneut angefacht.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Berichte um eine mögliche Trennung der VW-Luxusmarken Lamborghini, Ducati sowie Bugatti gegeben. Aus Branchenkreisen heißt es, bei den VW-Haupteigentümern Piech und Porsche soll es mit Blick auf die Supersportler „gewisse Befindlichkeiten“ gegeben haben. Diese Einstellungen habe sich jedoch inzwischen geändert. Die PS-starken Fahrzeuge passten offenkundig kaum noch in den laufenden Umbau Richtung E-Mobilität.

Die legendären Sportwagen-Marken Lamborghini und Bugatti sind vor allem bei arabischen Scheichs und Sportstars sehr beliebt. Zu den größten Bugatti-Fans gehört etwa Cristiano Ronaldo. Der Portugiese soll mit dem Bugatti Centodieci, dem Bugatti Veyron und dem Bugatti Chiron gleich drei Boliden aus der elsässischen Manufaktur in der Garage haben.  

VW: Mögliche Trennung von Lamborghini und Bugatti kommt bei Analysten gut an

Bei Analysten kommt die mögliche Abspaltung von Bugatti und Co. gut an. Wenn die Super-Luxusmarken nicht mehr Teil des Konzerns wären, „gäbe es weniger Komplexität, Probleme und Stress“, sagte etwa Frank Schwope, Autoanalyst bei der NordLB in Hannover gegenüber Merkur.de*. Auch den erhofften Imagetransfer auf andere Konzernmarken habe es „praktisch kaum gegeben“. Eine rasche Trennung von Lamborghini oder Ducati erwartet der Auto-Experte allerdings nicht. Das könne „auch Jahre dauern“.

Bei Bugatti könnte es hingegen womöglich deutlich schneller gehen. Im Sommer war der kroatische Hypercar-Hersteller Rimac als möglicher Käufer für Bugatti genannt worden. Der Deal, berichtete das Manager-Magazin, könnte bis Jahresende abgeschlossen sein. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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