Signal zum Aufbruch

VW-Tochter Audi verlängert Job-Garantie bis 2020

+
Die rund 61 000 Mitarbeiter von Audi können sich über mehr Jobsicherheit freuen. Foto: Sebastian Gollnow

Mitten im Branchenumbruch sendet Audi-Chef Stadler beruhigende Signale an seine Beschäftigten. Die vereinbarte Job-Garantie gilt aber erst einmal nur für die nächsten vier Jahre. Was kommt danach?

Ingolstadt (dpa) - Die Beschäftigten der VW-Tochter Audi sollen bis mindestens 2020 von Stellenstreichungen verschont bleiben.

Dafür hat das Management die Beschäftigungsgarantie für die rund 61 000 Mitarbeiter um weitere zwei Jahre verlängert, wie das Unternehmen nach einer Betriebsversammlung in Ingolstadt mitteilte.

Der aktuellen Vereinbarung sollten weitere Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat folgen. Ziel sei ein umfassender Pakt, verbunden mit einer noch längerfristigen Job-Garantie bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein.

Angesichts der strategischen Neuausrichtung, der Abgas-Affäre und herausfordernder Märkte sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen, hieß es bei Audi: "Gerade in unsicheren Zeiten wollen wir unseren Mitarbeitern eine Garantie geben."

Im Zuge der weiteren Verhandlungen sollten etwa die Technologiekompetenz in Deutschland ausgebaut und die Effizienz der Heimatwerke gestärkt werden. Auch die Standortfrage für weitere Elektromodelle sowie Ideen für zukunftsweisende Geschäftsfelder stünden auf der Agenda.

Die VW-Kernmarke hatte kürzlich einen "Zukunftspakt" vorgelegt, der mit dem Abbau Zehntausender Stellen und zugleich Milliarden an Investitionen in neue Geschäfte einhergeht. Bis 2025 sollen demnach an den deutschen Standorten bis zu 23 000 und weltweit bis zu 30 000 Jobs wegfallen. Im Gegenzug werden aber auch etwa 9000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Volkswagen will dies ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen - etwa über stärkere Nutzung von Altersteilzeit.

"Die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie bis 2020 ist für uns nur der Startschuss", betonte Audi-Personalvorstand Thomas Sigi. Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch bezeichnete die Vereinbarung als großen Erfolg: Sie sei ein "Signal zum Aufbruch" und müsse die Basis der gemeinsamen Zukunft bilden. Zusammen mit der Unternehmensleitung wolle der Betriebsrat Audi nun "aus einer Position der Sicherheit und Stärke weiter fit für die Zukunft" machen.

Der gesamte Volkswagen-Konzern muss neben hohen Investitionen in neue Geschäftsfelder wie Elektromobilität und Vernetzung weiterhin auch die finanziellen Folgelasten der Abgas-Affäre schultern. Der Oberklasse-Anbieter Audi lieferte anderen Marken der Firmengruppe etwa einen 3,0-Liter-Dieselmotor zu, dessen Abgastechnik in den USA als illegal eingestuft wird. Weil dieser Antrieb in mehr als 80 000 Wagen verbaut wurde, steht die VW-Tochter dort unter hohem Druck.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Boeing vertagt Entscheidung über neuen Passagierjet

London (dpa) - Der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing lässt sich mit der seit Jahren diskutierten Entwicklung eines mittelgroßen Passagierjets noch länger Zeit.
Boeing vertagt Entscheidung über neuen Passagierjet

Kunde freut sich auf Pizza „Grande“ und erlebt herbe Enttäuschung

Eine richtig große Spinatpizza wollte sich ein Twitter-User gönnen und besorgte sich eine Tiefkühlpizza von Dr. Oetker mit dem verheißungsvollen Namen „Grande“. Als er …
Kunde freut sich auf Pizza „Grande“ und erlebt herbe Enttäuschung

Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit

Bei Aldi Süd kaufte sich eine Kundin einen Snack für die Mittagspause. Doch was sie darin fand, verdarb ihr gründlich den Appetit. „Einfach nur ekelhaft“, schimpft sie …
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit

Post will Zusteller vom Vorruhestand ausschließen

Bonn (dpa) - Bei der Deutschen Post gibt es Streit darüber, welche Beschäftigten an dem Vorruhestandsprogramm für Beamte teilnehmen dürfen.
Post will Zusteller vom Vorruhestand ausschließen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.