Umsatz gestiegen

Mietsoftware bleibt SAPs Wachstumstreiber

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SAP konnte 2016 ein deutliches Plus verzeichnen. Foto: Uwe Anspach

Mit dem Umbau seines Geschäftsmodells hin zu mehr Mietsoftware wollte der Softwarekonzern SAP unabhängiger von den schwankenden Lizenzeinnahmen werden. Der Plan scheint aufzugehen.

Walldorf (dpa) - Nach einem soliden Geschäftsjahr setzt Europas größter Softwarekonzern SAP immer stärker auf seine stark wachsende Cloudsparte.

Die Geschäfte mit der Mietsoftware aus dem Internet sollen im laufenden Jahr erneut um gut ein Drittel zulegen und den Gesamtumsatz auf bis zu 23,6 Milliarden Euro treiben, wie der derzeit wertvollste Dax-Konzern am Dienstag am Sitz in Walldorf mitteilte. Auch mittelfristig nimmt sich SAP mehr vor, 2020 soll fast jeder dritte Euro Umsatz aus der Cloud kommen, bisher ist es jeder siebte.

Analysten hatten schon erwartet, dass die Walldorfer bei den Anfang 2016 festgelegten Zielen für dieses Jahr und für 2020 noch Luft nach oben haben. Konkret rechnen SAP-Chef Bill McDermott und Finanzchef Luka Mucic, dass sich die Umsätze mit Mietsoftware bis 2020 auf 8 bis 8,5 Milliarden Euro verdoppeln bei einem Gesamtumsatz von 28 bis 29 Milliarden Euro.

Um das Feld mit Cloudanwendungen auszubauen, hatte sich SAP in den vergangenen Jahren mit Milliardenübernahmen gerüstet. Der neue Bereich wächst inzwischen kräftig und soll in diesem Jahr mit bis zu vier Milliarden Euro fast genauso viel einbringen wie das Geschäft mit Softwarelizenzen. 2018 soll die Cloud-Sparte dann größer sein als das Altgeschäft mit einmalig verkaufter Software, sagte Finanzchef Mucic. SAP wachse aber nicht auf Kosten des Altgeschäfts.

Die Idee dahinter ist, dass SAP unabhängiger von den auch konjunkturabhängigen Softwarekäufen wird und der Anteil der wiederkehrenden, planbaren Umsätze größer wird. Das sind neben den Mieteinnahmen auch Erlöse aus Dienstleistungen rund um die verkaufte Software. 2020 soll dieser Anteil bei 70 bis 75 Prozent liegen. Zuletzt waren es schon 61 Prozent.

Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet hat sich in den vergangenen Jahren zum stabilen Wachstumstreiber für SAP entwickelt. Auch 2016 stieg der Umsatz dank der Mieteinnahmen 2016 um sechs Prozent auf 22,1 Milliarden Euro, obwohl die Cloud-Sparte das Wachstumsziel minimal verfehlte. Selbst auf dem teilweise eingetrübten chinesischen Markt und in Großbritannien nach dem Brexit-Votum sei das Geschäft zweistellig gewachsen, so Mucic. Nach Steuern verdiente SAP mit 3,6 Milliarden Euro 18 Prozent mehr als im Vorjahr als ein teures Abfindungsprogramm zu Buche schlug. SAP baute damals nur Stellen in Bereichen ab, die kein Wachstum versprechen. Ende 2016 beschäftigte 84 200 Mitarbeiter - gut 7000 mehr als ein Jahr zuvor.

Gut 20 000 davon arbeiten in den USA, hierzulande sind es nur 19 000. "SAP hat eine starke Präsenz in den USA", sagte der gebürtige US-Amerikaner McDermott. Wenn SAP tausende Mitarbeiter in den USA einstelle, dann seien das noch mehr Jobs bei Dienstleistern, die mit dem Softwarekonzern arbeiteten. Mit einer klaren Meinung zum Kurs von US-Präsident Donald Trump hielt er allerdings hinter dem Berg. Es sei eine gute Idee, nach ein paar Tagen der neuen US-Administration noch etwas abzuwarten, sagte McDermott.

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