US-Milliardär

Buffet spendet Hälfte seines Vermögens: „Gesellschaft kann mit meinem Geld etwas anfangen“

Die Milliardäre Warren Buffet und Bill Gates auf dem Podium auf einer Veranstaltung in China.
+
Warren Buffet und Bill Gates sind seit Jahren befreundet. Ein Großteil der jetzigen Millionenspende geht an die Gates-Stiftung (Archivbild).

Der Milliardär Warren Buffet ist für seinen bescheidenen Lebensstil, sein Investmentgeschick und Philanthropie bekannt. Nun spendete er weitere 4,1 Milliarden US-Dollar.

Omaha, USA - Warren Buffet beweist seit mehr als einem halben Jahrhundert ein gutes Händchen in Investmentfragen. Die A-Aktie* seines Unternehmens Berkshire Hathaway gilt als teuerste Aktie der Welt und notiert aktuell bei 413.890,00 US-Dollar. Der Milliardär selbst hält noch immer die Mehrheit im Unternehmen, hat jedoch angekündigt, alle seine Anteile nach und nach für den guten Zweck spenden zu wollen. Mit seiner jetzigen Spende im Gegenwert von 4,1 Milliarden US-Dollar (etwa 3,4 Milliarden Euro) hat er insgesamt die Hälfte seines Vermögens an Stiftungen abgeben. Ein wichtiger Meilenstein für ihn, wie er in einer Stellungnahme auf der Internetseite von Berkshire Hathaway am Mittwoch bekanntgab. „Die Gesellschaft kann mit meinem Geld etwas anfangen. Ich nicht“, erklärte Buffet seine Spende.

Warren Buffet tritt aus Gates-Stiftung zurück

Warren Buffet und Bill Gates sind seit Jahren eng befreundet, die Gates-Stiftung profitiert am meisten von den Geldern des „Orakels von Oklahoma“. Am Mittwoch gab Buffet die erneute Milliarden-Spende bekannt, trat aber gleichzeitig von seinem Posten im Verwaltungsrat der Gates-Stiftung zurück. „Meine Ziele stimmen zu 100 Prozent mit denen der Stiftung überein und meine physische Beteiligung ist in keiner Weise nötig, um diese Ziele zu erreichen“, erklärte Buffet seine Entscheidung in einer Mitteilung.

2006 hatte Buffet angekündigt, sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke spenden zu wollen. Bislang gingen bereits 41 Milliarden US-Dollar an verschiedene Stiftungen. Neben der Gates Foundation* auch an die Stiftungen seiner Kinder, die er in seiner Mitteilung lobend hervorhob. Sie würden sich deutlich aktiver in ihren Stiftungen engagieren als er selbst. Ebenso spendete er Geld an die Stiftung seiner verstorbenen ersten Frau Susan. Buffet bleibt weiter an der Spitze seines Unternehmens tätig. Allerdings spiele er ganz klar in einem Spiel, das sich bereits in der Verlängerung der Spielzeit befinde, scherzte Buffet im Hinblick auf sein Alter von 90 Jahren.

Das bereut Warren Buffet bei seinen Spenden

Bei seinen bisherigen Spenden pochte der Milliardär darauf, das Geld so schnell wie möglich auszugeben, damit es möglichst schnell dort ankomme, wo es gebraucht werde. Warren ist sich heute nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war. „Hätte ich bis jetzt mit dem Spenden der Aktien gewartet, würden die fünf Stiftungen stattdessen 100 Milliarden Dollar erhalten.“ Möglicherweise hätte die Gesellschaft stärker profitiert, wenn er sein Vermögen länger angehäuft hätte, überlegte der Philanthrop laut. Buffets verbleibende Anteile haben einen Wert von 100 Milliarden US-Dollar (etwa 84 Milliarden Euro), wie er in seiner Mitteilung verrät. Er habe diese schier unvorstellbare Summe verdient, indem er tat, was er liebte – er habe dafür nie Opfer bringen müssen*.

In seiner Stellungnahme beschäftigt sich Warren Buffet außerdem mit wichtigen Gesellschaftsfragen, lässt die Antworten jedoch offen. Kann Philanthropie sich dem Problem der Massenvernichtungswaffen* stellen? Die Herausforderungen lösen, die die Online-Welt an die Gesellschaft richtet? Die wahren Helden der Gesellschaft sind für Buffet jedenfalls nicht die Geldgeber, sondern die Menschen, die ihre persönliche Zeit und Anstrengungen aufwenden, um anderen zu helfen. Für die Zukunft bleibt er optimistisch. Die Kombination aus finanziellen Mitteln und dem Talent der Menschen werde die Welt zu einem viel besseren Ort für künftige Generationen machen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.