Anbaufläche steigt

Wegen Halloween setzen Bauern verstärkt auf Kürbisse

Der Siegeszug von Halloween hat verschiedene Auswirkungen - so steigt der Kürbisanbau. Foto: Rolf Vennenbernd
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Der Siegeszug von Halloween hat verschiedene Auswirkungen - so steigt der Kürbisanbau. Foto: Rolf Vennenbernd

Bald müssen wieder Unmengen an Kürbissen dran glauben: Zu Halloween werden die Gewächse zu Dekorationszwecken zurechtgeschnitten. Das Lichterfest ist durchaus beliebter geworden in den vergangenen Jahren, daher schwenkt mancher Bauer auch auf dem eigenen Acker um.

Berlin (dpa) - Kürbisbauern in Deutschland haben ihre Anbaufläche wegen gestiegener Nachfrage zu Halloween deutlich erweitert. Seit 2012 hat sich die Fläche um etwa ein Drittel auf rund 4000 Hektar (2016) erhöht, wie aus Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hervorgeht.

Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einer weiteren Erhöhung. Ein Grund ist die steigende Beliebtheit von Halloween, wenn die Gewächse zu Dekorationszwecken genutzt werden. «Das liegt an der höheren Nachfrage - und die hat mit Halloween zu tun», sagte Dieter Weiler vom Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen.

Etwa 2100 deutsche Landwirte und Gärtner bauen die Beere an, 2016 lag die Jahresernte bei knapp 90.000 Tonnen und damit doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Hinter Spargel, Möhren, Zwiebeln und anderen Arten nimmt der Kürbis in Deutschland aber eine nachrangige Rolle ein - nur etwa drei Prozent der Gemüse-Anbaufläche entfallen auf die Beere.

Beliebteste Kürbisart ist der Hokkaido. Zudem spielen der Butternuss-Kürbis und der Spaghetti-Kürbis eine Rolle - bei letzterem besteht das Innere aus einer fadenartigen Masse, daher der Name. Hinzu kommen noch Riesenkürbisse wie der Gelbe Zentner sowie Zierkürbisse, die wegen Bitterstoffen nicht zum Essen geeignet sind.

Die Kürbisernte war 2017 nach ersten Schätzungen mäßig. «Das Jahr war weder schlecht noch spitze - es war ein normales Jahr», sagte der Gemüseexperte Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband. Insgesamt sei die Witterung zwar durchaus gut gewesen mit einem positiven Wechsel zwischen Regen und warmen Trockenzeiten. Regional habe es aber Probleme gewesen - so sei es mancherorts zu nass und andernorts zu heiß gewesen. Diese regionalen Probleme hätten die Erträge gedrückt. Bei dem Preis für Kürbisse rechnet Stallknecht mit keinen großen Änderungen im Vergleich zum Vorjahr.

Der Gartenverbandsvertreter Weiler sieht das diesjährige Kürbisjahr ebenfalls mit gemischten Gefühlen. «Die Wachstumsbedingungen waren mit reichlich Wasser und Wärme eigentlich günstig», sagte Weiler. Doch die andauernde Feuchtigkeit habe auch zu starkem Befall durch den Pilz Mehltau geführt. Daher sei der Gesamtertrag 2017 wohl sogar eher schlechter gewesen als 2016, so der Experte. Genaue Zahlen lagen noch nicht vor, mancherorts in Deutschland dauert die Ernte sogar noch bis Anfang November. Der Kürbis wird vor allem im Süden und Westen Deutschlands angebaut, wo es wärmer ist als im Norden.

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