Daten ausgespäht

Wieder deutlich mehr "Skimming"-Angriffe auf Geldautomaten

+
Ein Mitarbeiter der Sparkasse Koblenz demonstriert an einem Geldautomaten "Skimming"- Technik. Foto: Thomas Frey

Frankfurt/Main (dpa) - Datendiebe haben an Geldautomaten in Deutschland im laufenden Jahr wieder deutlich häufiger zugeschlagen. Dennoch stieg der Schaden durch solche "Skimming"-Angriffe nur leicht, wie Euro Kartensysteme auf Anfrage mitteilte.

Die Frankfurter Einrichtung kümmert sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten.

124 Automaten bundesweit manipulierten Kriminelle demnach im ersten Halbjahr 2017, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Das waren 30 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres (94). Die 124 Automaten wurden insgesamt 240 Mal attackiert.

Weil in Deutschland geklaute Kartendaten jedoch in immer weniger Ländern weltweit genutzt werden können, nahm der Bruttoschaden durch den Einsatz von Kartendubletten nicht in gleichem Maße zu. Er summierte sich von Januar bis einschließlich Juni auf 938 000 Euro. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 844 000 Euro, im Gesamtjahr 2016 standen 1,9 Millionen Euro zu Buche.

Weltweit hat sich bis auf wenige Ausnahmen die EMV-Technik für Chipkarten durchgesetzt. Dabei sind die Plastikkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. Kriminelle müssen weit reisen oder gut vernetzt sein, um in Deutschland gestohlene Bankdaten zum Bezahlen oder Einkaufen zu missbrauchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Chinas Wirtschaft zieht an - aber Sorgen wegen Trump

Die zweitgrößte Volkswirtschaft hat im abgelaufenen Jahr wieder Fahrt aufgenommen. Doch hohe Schulden und ein drohender Handelsstreit mit den USA drücken auf die …
Chinas Wirtschaft zieht an - aber Sorgen wegen Trump

H&M-Werbung: Anfeindungen auch gegen Familie des Jungen

Die Negativ-Reaktionen nach einer misslungenen H&M-Werbung reißen nicht ab. Auch die Familie des Kinder-Models sieht sich Angriffen ausgesetzt - und muss sich eine neue …
H&M-Werbung: Anfeindungen auch gegen Familie des Jungen

Schmidt: Deutschland gut vorbereitet auf Schweinepest

Berlin (dpa) - Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hält die Bundesrepublik für gut vorbereitet auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest.
Schmidt: Deutschland gut vorbereitet auf Schweinepest

Bahn kam 2017 häufiger zu spät

Berlin (dpa) - Die Züge der Deutschen Bahn waren im vergangenen Jahr unpünktlicher als im Jahr zuvor. Nur 78,5 Prozent aller ICE und Intercity waren 2017 pünktlich, 0,4 …
Bahn kam 2017 häufiger zu spät

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.