Verhandlungen festgefahren

Wird Bargeld knapp? Verdi ruft Geldboten zum Warnstreik auf

+
Ein Streik könnte zu Problemen bei der Bargeldversorgung in Berlin führen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Sie fahren Millionenwerte durch die Gegend, erhalten selbst häufig aber nur kleines Geld. Verdi hat die Geldboten zu einem großflächigen Warnstreik aufgerufen. Es könnte zu Versorgungsproblemen kommen.

Berlin/Bad Homburg (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi hat die Geldboten in neun Bundesländern für diesen Freitag (13. Januar) zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Da insbesondere im Bezirk Berlin/Brandenburg mit einer hohen Beteiligung gerechnet wird, sei dort bei der Bargeldversorgung und Bestückung von Geldautomaten am Wochenende mit Einschränkungen zu rechnen.

Hintergrund sind die festgefahrenen Verhandlungen um den bundesweiten Tarifvertrag für rund 11 000 Beschäftigte in der Branche des Geld- und Werttransports, die am Montag in Hannover weitergehen sollen. Gestreikt wird laut Ankündigung des Verdi-Bundesvorstands in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bayern.

Neben Lohnerhöhungen von 1,50 Euro in der Stunde verlangt Verdi eine Angleichung der regionalen Tariflöhne. So erhalte ein Berliner Geldtransporteur mit 11,24 Euro derzeit 4,49 Euro weniger als ein Kollege in Nordrhein-Westfalen. Vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch in Schleswig-Holstein, im Saarland und in Rehinland-Pfalz lägen die Stundenlöhne nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn.

Die Arbeitgeber haben nach eigenen Angaben Erhöhungen zwischen 2 und 3 Prozent angeboten. Verdi müsse die Leistungsfähigkeit der Unternehmen in einer schrumpfenden Branche beachten, erklärte der Verhandlungsführer des Verbandes BDGW, Andreas Paulick. Die Gewerkschaft nutze die Warnstreiks offenkundig zur Mitgliederwerbung.

Eine hohe Beteiligung werde insbesondere bei Prosegur in Potsdam und bei der Firma Ziemann in Berlin erwartet, erklärte der Fachbereichsleiter beim Verdi-Landesbezirk Berlin-Brandenburg, Benjamin Roscher. 2015 hatte ein wochenlanger Streik bei Prosegur zu Problemen bei der Bargeldversorgung in Berlin geführt.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor

Verhängen die USA im Handelsstreit mit der EU hohe Sonderzölle auf Autos? Diese Frage sorgt seit Monaten für Nervosität - vor allem Deutschland bangt wegen der großen …
EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. …
Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Google soll komplett neuen Android-Nachfolger entwickeln

Ein Google-Team entwickelt laut einem Medienbericht eine komplett neue Software, die auch als Ersatz für das dominierende Smartphone-System Android gedacht ist.
Google soll komplett neuen Android-Nachfolger entwickeln

Dax weitet Verluste aus

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine Verluste ausgeweitet. Zum Handelsschluss blieb der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,62 Prozent auf …
Dax weitet Verluste aus

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.