Ungewisse Zukunft

Warnung aus Brüssel - trotz Erholungskurs in der Eurozone

Brüssel - Die EU-Kommission sieht Europa wirtschaftlich auf einem guten Weg. Doch Sorgen bereiten schwächelnde Investitionen - und die politischen Unsicherheiten sind hoch wie selten zuvor.

Europas Wirtschaft ist nach Einschätzung der EU-Kommission auf einem deutlichen Erholungskurs. Die Brüsseler Behörde traut den 19 Staaten der Eurozone in den kommenden beiden Jahren ein stärkeres Wachstum zu als zunächst angenommen. Auch bei den Arbeitslosenzahlen und der Neuverschuldung sieht die Kommission Grund zur Hoffnung. Die politischen Unsicherheiten seien in diesem Jahr allerdings so hoch wie lange nicht, heißt es in der am Montag in Brüssel veröffentlichten Winter-Prognose.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird demzufolge 2017 im gemeinsamen Währungsgebiet nun um 1,6 Prozent zulegen. 2018 soll das Wirtschaftswachstum dann bei 1,8 Prozent liegen. Im Herbst war die EU-Kommission noch von jeweils 0,1 Prozentpunkten weniger ausgegangen.

Immer noch deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsleistung

Zum ersten Mal seit zehn Jahren werde für sämtliche EU-Staaten über den gesamten Prognosezeitraum (2016-2018) ein Wirtschaftswachstum erwartet, betonte die EU-Kommission. Größter Wachstumstreiber sei dabei die Binnennachfrage. Sowohl ein Lohnplus als auch zunehmende Beschäftigung trugen demnach maßgeblich dazu bei.

Sorgen bereitet der EU-Kommission hingegen das weiterhin niedrige Investitionsniveau. „Und wir wissen, das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wachstum“, sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Zudem gebe es nach wie vor deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsleistung einzelner Staaten.

Unsicherheit in Europa

„Angesichts der überaus großen Unsicherheit ist es wichtiger denn je, dass wir das Wachstum mit allen uns zur Verfügung stehenden politischen Instrumenten stützen. Vor allem aber müssen wir sicherstellen, dass der daraus erwachsende Nutzen überall im Euroraum und in allen Teilen der Gesellschaft ankommt“, sagte Moscovici weiter.

Wegen der neuen US-Regierung, des Brexits sowie etlicher nahender Wahlen in Europa seien die Prognosen zudem mit außergewöhnlich hohen Unsicherheiten behaftet.

dpa

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