Börse in Frankfurt

Epidemie drückt Dax unter 13.000 Punkte

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Zum Ende einer ohnehin sehr schwachen Börsenwoche ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag erneut unter Druck geraten. Die ungebremste Ausweitung des Coronavirus lastete wie schon am Vortag schwer auf der Stimmung am Markt.

Der Dax rutschte unter die Marke von 13.000 Punkten. Am Ende büßte das Börsenbarometer 1,33 Prozent auf 12.981,97 Punkte ein. Der MDax der mittelgroßen Titel gab mit 0,72 Prozent auf 27.984,32 Zähler nicht ganz so stark nach.

"Eine Epidemie ist immer ein Risiko für die Weltwirtschaft", sagte Volkswirt Edgar Walk vom Bankhaus Metzler. Vieles spreche gegenwärtig dafür, dass sich eine weltweite Ausbreitung des Coronavirus kaum vermeiden lassen werde. Sollte das der Fall sein, seien große volkswirtschaftliche Schäden nicht auszuschließen. Investoren flüchteten daher in als sicher geltende Anlagen: Zehnjährige Bundesanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres.

Der Dax sackte dagegen im Laufe der Woche um mehr als vier Prozent ab, es war die schwächste Börsenwoche seit August vergangenen Jahres. Für den Monat Januar steht für den Dax ein Minus von zwei Prozent zu Buche.

Im Leitindex gab es am Freitag keinen Kursgewinner. Bei Bayer hielt sich der Kursverlust mit 0,6 Prozent noch in Grenzen. Die US-Umweltbehörde EPA hält das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Gegensatz zu einigen Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend. Bayer kann Unterstützung gut gebrauchen, der Konzern sieht sich in den USA einer Flut von Klagen ausgesetzt.

Im MDax blieben Aktien von K+S mit plus 1,5 Prozent auf Erholungskurs. Rückenwind gab hier die Spekulation eines Börsenbriefes, dass der Salz- und Düngemittelkonzern zum Übernahmeziel werden könnte.

Am MDax-Ende verloren Aktien von Thyssenkrupp 4,6 Prozent. Auf der Hauptversammlung des Industrie- und Stahlkonzerns sah Konzernchefin Martina Merz das Unternehmen "in einer außerordentlich angespannten Lage".

Im SDax sorgte die Lkw-Tochter Traton von VW für Gesprächsstoff. Sie will in den USA den Lkw-Hersteller Navistar komplett übernehmen. Dessen Aktien schossen daraufhin um mehr als 50 Prozent nach oben. Traton-Aktien gaben um 0,11 Prozent nach.

Europaweit standen die Börsen unter Druck: Der Eurozone-Leitindex büßte 1,35 Prozent auf 3640,91 Zähler ein. Ähnlich hoch waren die Verluste des Pariser Cac 40 Index und des Londoner FTSE 100. Der Dow Jones Index verlor zum Handelsschluss in Europa 1,5 Prozent.

Der Eurokurs trotzte am Freitag schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1082 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1052 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9048 Euro gekostet.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen legten weiter zu. Die gegenläufige Umlaufrendite fiel daher von minus 0,40 Prozent am Vortag auf minus 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 144,88 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,43 Prozent auf 175,06 Zähler.

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