Ruf nach anderer Förderpolitik

Wirtschaftsforscher: "Einige Ost-Regionen werden sterben"

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Loitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Im östlichen Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen Wohungsleerstand von zehn Prozent und mehr. Foto: Stefan Sauer/Archiv

Für den Präsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle sei die Zeit gekommen, sich vom "Dogma gleichwertiger Lebensverhältnisse" zu verabschieden. Unter anderem sprach er sich gegen flächendeckende 5G-Anbindung in Ostdeutschland aus.

Halle (dpa) - Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, hat eine neue Förderpolitik für Ostdeutschland gefordert.

Die Politik solle Mittel und Infrastrukturinvestitionen künftig auf die Großstädte und auf die Anbindung des Umlands an die urbanen Zentren konzentrieren, sagte der Ökonom im Interview mit der Wirtschaftswoche (Freitag).

"Es kann nicht sein, dass die Politik die Region Berlin im Stauchaos versinken lässt, während man irgendwo in der Lausitz eine Autobahnausfahrt für ein paar Hundert Fahrzeuge am Tag baut", sagte Gropp. Er sprach sich auch gegen eine flächendeckende 5G-Anbindung in Ostdeutschland aus. Die sei auf dem Land zu teuer.

"Wir müssen uns vom Dogma gleichwertiger Lebensverhältnisse verabschieden. Dieses Ziel ist eine gefährliche Illusion und führt dazu, dass wir viel Geld ineffizient ausgeben", sagte Gropp. Angesichts der ungünstigen demografischen Entwicklung in den neuen Ländern befürchtet der Ökonom die Verödung ganzer Landstriche. Das könne die Politik nicht verhindern. "Einige ländliche Regionen werden wegen der Demografie und ausbleibender Migration sterben", so Gropp.

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