ZEW-Index klettert

Wirtschaftswachstum in der Eurozone legt weiter zu

Luxemburg - Der Euroraum hat sein robustes Wirtschaftswachstum in den ersten drei Monaten des Jahres fortgesetzt. Ein Land konnte dabei jedoch nicht mithalten.

Im ersten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 19 Ländern des Währungsraums um 0,5 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer zweiten Schätzung mit. Die Behörde bestätigte wie von Experten erwartet eine erste Schnellschätzung von Anfang Mai. Damit konnte die Eurozone das Wachstumstempo aus dem Schlussquartal 2016 halten.

Der Überschuss in der Handelsbilanz der Eurozone fiel im März indes deutlich höher aus als erwartet. Die Differenz zwischen Ex- und Importen lag laut unbereinigten Zahlen bei 30,9 Milliarden Euro. Die Ausfuhren legten um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Einfuhren stiegen um 14 Prozent. Auch die deutschen Exporte waren im März nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stark gestiegen - auf den höchsten Monatswert seit 1950. Im Ausland sorgt die deutsche Exportstärke immer wieder für Kritik.

Nur Griechenlands Wirtschaft schrumpfte

Den Eurostat-Zahlen zufolge verzeichnete Finnland zwischen Januar und März das stärkste Wachstum unter den Euroländern. Hier habe die Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent im Quartalsvergleich zugelegt. Einen vergleichsweise starken Aufschwung gab es auch in den baltischen Ländern Lettland mit einem Wachstum von 1,5 Prozent und Litauen mit einem Plus von 1,4 Prozent.

Das einzige Land der Eurozone mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung war Griechenland. Hier sank das BIP im ersten Quartal um 0,1 Prozent im Quartalsvergleich. Aus Deutschland wurde hingegen ein Wachstum von 0,6 Prozent gemeldet.

Konjunkturerwartungen steigen

Ein optimistischer Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone lässt die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexperten für Deutschland steigen. Der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kletterte von April bis Mai um 1,1 Punkte auf 20,6 Punkte. Damit liegt der Index nur noch wenig unter seinem langfristigen Durchschnitt von 23,9 Punkten, wie das ZEW am Dienstag mitteilte.

ZEW-Präsident Achim Wambach erklärte, Deutschlands Wirtschaft sei in einer guten Verfassung. "Allmählich werden auch die Aussichten für das gesamte Eurogebiet besser, womit sich das wirtschaftliche Umfeld für die deutschen Exporte weiter festigt."

Der ZEW-Index basiert auf der Befragung von 204 Analysten und institutionellen Anlegern. Ihre Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage im Euroraum ist deutlich höher als im April. Ihre Erwartungen stiegen sogar "signifikant". Einhergehend mit den besseren Konjunkturaussichten rechnen die Experten auch mit einer Steigerung der Inflationsrate.

dpa/afp

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