Wieder schlechte Nachrichten für Yahoo

Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich

New York - Für das kriselnde Online-Urgestein Yahoo reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Der Verkauf an Verizon ist noch immer nicht in trockenen Tüchern.

Die Übernahme des Kerngeschäfts des US-Internetkonzerns Yahoo durch den Telekommunikationsriesen Verizon verzögert sich um mehrere Monate. Yahoo teilte am Montag mit, der ursprünglich in den ersten drei Monaten dieses Jahres angestrebte Abschluss des Geschäfts verschiebe sich ins zweite Quartal. Zunächst müssten noch "abschließende Bedingungen" geklärt werden, hieß es zur Begründung. Daran werde zügig gearbeitet, um die "Übernahme so schnell wie machbar" zu vollziehen.

Yahoo hatte zuletzt bessere Unternehmenszahlen vorgelegt. Für das vierte Quartal 2016 wies der strauchelnden Internetpionier einen Gewinn von 162 Millionen Dollar (151 Millionen Euro) aus.

Verizon will die zur Übernahme anstehenden Teile - Suchmaschine, Internetdienste wie Yahoo News und Yahoo Mail und das Geschäft mit Internetwerbung - mit seiner Tochter AOL verschmelzen. Geboten hatte Verizon 4,8 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro). Nach der Übernahme des Kerngeschäfts wird Yahoo dann nur noch eine Investmentfirma namens Altaba sein.

Belastend für die Übernahme war auch, dass Yahoo im Dezember einen umfangreichen Diebstahl von Kundendaten öffentlich gemacht hatte. Betroffen waren eine halbe Milliarde Nutzerdaten - etwa E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern und Passwörter. Verizon-Chefjustiziar Craig Silliman sagte damals, sein Unternehmen habe "gute Gründe anzunehmen", dass der Einfluss des Vorfalls auf die Übernahme "bedeutend" sei.

Die US-Börsenaufsicht SEC geht nach einem Zeitungsbericht der Frage nach, ob Yahoo zu spät über die Cyber-Attacken auf den Internet-Konzern informiert hat. Die Behörde habe bereits im Dezember entsprechende Dokumente bei Yahoo angefordert, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf unterrichtete Personen.

AFP/dpa

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