Waschmittelhersteller

Zukunftsstrategie: Henkel plant Persil-Abos

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Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel, stellt in der Konzernzentrale in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) die künftigen strategischen Prioritäten und Finanzziele vor.

Düsseldorf - Henkel-Chef Van Bylen präsentiert in Düsseldorf seine neue Konzernstrategie. Dabei setzt der Manager auf mehr Kundenservice, mehr Digitalisierung und weitere Zukäufe.

Der Persil-Hersteller Henkel will künftig bei seinen Kunden nicht nur mit Waschmitteln, Kosmetik und Klebstoff, sondern auch mit Serviceangeboten wie Online-Buchungsplattformen für Friseurtermine punkten. Auch Abonnement-Modelle oder die automatische Nachbestellung von Produkten sollen für zusätzlichen Umsatz sorgen. Die Digitalisierung sei ein wichtiger Bestandteil der Konzernstrategie für die nächsten vier Jahre, kündigte der neue Henkel-Chef Hans Van Bylen am Donnerstag an. Der digital erzielte Umsatz soll sich bis 2020 auf über vier Milliarden Euro verdoppeln.

Umsatz soll aus eigener Kraft wachsen

Der Manager, der seit Mai an der Spitze des Düsseldorfer Familienunternehmens steht, präsentierte erstmals seine Konzernstrategie „Henkel 2020+“. Bis 2020 soll der Umsatz demnach aus eigener Kraft im Schnitt jährlich um 2 bis 4 Prozent wachsen. Der bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie soll ferner jährlich von 7 bis 9 Prozent zulegen. Beim Umsatz ist dies eine Fortschreibung der Pläne für 2016, beim bereinigten Gewinn liegt die Vorgabe leicht unter den Plänen für das laufende Jahr.

Wachsen will Henkel (Persil, Schwarzkopf, Loctite) vor allem mit seinen Top-Marken. Der Anteil der zehn größten Marken am Gesamtumsatz soll in den kommenden vier Jahren auf 75 Prozent steigen. Dafür will Henkel schneller werden. Die Zeit zur Einführung neuer Produkte in der Kosmetik oder im Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft soll sich um 30 Prozent verringern. Um Neuheiten voranzutreiben, sind in Düsseldorf und Shanghai sogenannte Innovationszentren geplant.

Neue Technologien und Dienstleistungen

Wettbewerbsvorteile sollen neben der Entwicklung neuer Technologien auch Dienstleistungen bringen - nicht nur im Konsumentenbereich. Die Düsseldorfer wollen künftig auch ihren Industriekunden stärker Beratung und technische Hilfe anbieten.

Zudem will Henkel die Digitalisierung stärker in den Fokus rücken und den Handel bei der Vernetzung von stationären und Online-Angeboten unterstützen. Konkrete Planungen für eigene Online-Shops von Henkel in Deutschland gebe es dagegen bislang nicht, sagte Van Bylen.

Daneben sollen auch künftig Zukäufe für zusätzliches Wachstum sorgen, bekräftigte er. Erst im Sommer hatte der Konzern den US-Konkurrenten Sun Products für 3,2 Milliarden Euro gekauft, um seine Position auf dem wichtigen Auslandsmarkt zu stärken.

Auch in junge Wachstumsfirmen will Henkel investieren und wird dafür einen Wagniskapital-Fonds mit einem Volumen von bis zu 150 Millionen Euro starten. Die Gesamtinvestitionen bis zum Jahr 2020 bezifferte Henkel auf bis zu 3 Milliarden Euro.

„Henkel ist in einer hervorragenden Ausgangsposition, um in den kommenden Jahren weiter nachhaltig profitabel zu wachsen“, sagte Van Bylen. Der langjährige Henkel-Manager hatte im Mai den Chefposten von Vorgänger Kasper Rorsted übernommen, der nun den Sportartikelkonzern Adidas führt. Rorsted hatte Henkel mit Rekordergebnissen verlassen und damit die Latte für seinen Nachfolger hoch gelegt.

dpa

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